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Ägyptische Geisel: Allawi fordert Unnachgiebigkeit

Iraks Ministerpräsident Ijad Allawi hat Ägypten aufgefordert, gegenüber den Entführern des Diplomaten Mohammed Mamdu Kutb hart zu bleiben und nicht auf ihre Forderungen einzugehen.

Der irakische Ministerpräsident Ijad Allawi hat Ägypten am Samstag dazu aufgefordert, den Forderungen der Entführer eines ägyptischen Diplomaten nicht nachzugeben. "Die einzige Art, mit Terroristen umzugehen, ist, sie vor Gericht zu bringen und zusammenzuhalten. Und wir hoffen, dass Ägypten und die ägyptische Regierung entsprechend handeln werden", sagte Allawi bei einer Pressekonferenz in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Eine irakische Extremisten-Gruppe hatte in Bagdad den ägyptischen Diplomaten Mohammed Mamdu Kutb verschleppt.

Die Gruppe habe verlangt, dass Ägypten nicht mit den US-Truppen im Irak zusammenarbeite, berichtete der arabische Fernsehsender Al-Dschasira. Die Entführung sei eine Antwort auf das Angebot der ägyptischen Regierung, ihre Erfahrungen im Sicherheitsbereich der irakischen Übergangsregierung zur Verfügung zu stellen. Extremisten haben im Irak Dutzende Ausländer verschleppt, um einen Abzug ausländischer Truppen und Lösegeld zu erpressen. Viele Entführte sind wieder freigekommen, allerdings wurden auch einige getötet.

Die Philippinen hatten dem Druck der Entführer nachgegeben

Eine philippinische Geisel war zuletzt freigekommen, nachdem die Regierung in Manila den Forderungen der Entführer nachgegeben und ihre Truppen früher als geplant aus dem Irak abgezogen hatte. Diese Entscheidung nannte Allawi "bedauerlich". Mit Blick auf den entführten Ägypter sagte Allawi, die irakische Übergangsregierung werde alles daran setzen, um die Freilassung des Ägypters zu erreichen.

"Wir werden nicht aufgeben, die Geisel wird unversehrt freikommen. Die irakische Regierung wird ihr bestes geben", versicherte Allawi. Vor wenigen Tagen war Allawi in Kairo gewesen, um Gespräche über einen möglichen Einsatz ägyptischer Truppen bei der Ausbildung der irakischen Streitkräfte zu führen. Ägyptische Vertreter hatten allerdings rasch betont, es sei dazu keine Vereinbarung getroffen worden.

Der Ägypter Mohammed Mamdu Kotb ist der erste Diplomat, der im Irak von Extremisten entführt wurde. Ägypten bemühte sich am Samstag intensiv um seine Freilassung. Die ägyptische Botschaft in Bagdad stehe in engem Kontakt mit den irakischen Behörden, um eine Freilassung Kotbs zu erwirken, berichtete die ägyptische Nachrichtenagentur Mena. Außenminister Ahmed Abul Gheit sagte, die Entführung eines Diplomaten sei eine heikle Sache. Es seien nun "stille Kontakte" notwendig. Man werde alles tun, um Kotb und einen verschleppten ägyptischen Lastwagenfahrer freizubekommen.

Die Entführer des Diplomaten nennen sich "Brigaden des Löwen des Islam". Kotb sagte auf dem Entführer-Video, die Botschaft in Bagdad arbeite nicht mit den Besatzungskräften zusammen. Die Regierung in Kairo erklärte daraufhin, Ägypten werde keine Soldaten nach Bagdad schicken.

Die Entführer von sieben bei einem kuwaitischen Unternehmen angestellten Ausländern stellten unterdessen ein neues Ultimatum von 48 Stunden. Die Extremisten fordern unter anderem die Freilassung von irakischen Häftlingen aus kuwaitischen und US-Gefängnissen. Anderenfalls drohen die Extremisten damit, ihre Geiseln - drei Inder, drei Kenianer und einen Ägypter - zu enthaupten.

Reuters/DPA / DPA / Reuters