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Diplomaten in Wuhan Ärger mit China: Kanada bedauert "Missverständnis" um Wu-Tang-T-Shirt

Das Zeichen der Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang-Clan kann für eine Fledermaus gehalten werden
Das Zeichen der Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang-Clan kann für eine Fledermaus gehalten werden
© Artur Widak / Picture Alliance
Die etwas skurrile Modewahl von Diplomaten in Wuhan hat zu sanften Spannungen zwischen Kanada und China geführt. Die Asiaten hatten offiziell um Stellungnahme gebeten, die Nordamerikaner bedauern das Missverständnis. 

Kanada hat diplomatischen Ärger mit China. Es geht um T-Shirts, das Logo einer Hip-Hop-Gruppe und Fledermäuse. Aber von vorn: Wie viele Länder hatte auch Kanada vergangenes Jahr, zu Beginn der Pandemie, seine Bürger aus Wuhan ausfliegen lassen. Dafür waren kanadische Diplomaten vor Ort und mindestens einer davon hat sich Medienberichten zufolge ein spezielles T-Shirt für diesen Anlass drucken lassen. "Wuhan" stand dort samt dem ikonischen "W" der Hip-Hop-Gruppe Wu-Tang-Clan. So weit, so unspektakulär, könnte man meinen.

Doch nun tauchten offenbar Bilder davon auf dem chinesischen sozialen Netzwerk Weibo auf, wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Und dort scheint sich der Wu-Tang-Clan nur bedingter Bekanntheit zu erfreuen. Denn den Berichten zufolge erhitzen die Motive die Gemüter, weil sich etliche Nutzer beim Wu-Tang-Logo an eine Fledermaus erinnert fühlten. Damit würden Wuhan und China für den Ursprung des Virus verantwortlich gemacht, so die Kritik.

Viele Experten gehen davon aus, dass das Virus SARS-CoV-2 zunächst in Fledermäusen kursierte, ehe es auf den Menschen übersprang. Erstmals sicher bei Menschen festgestellt wurde das Virus im chinesischen Wuhan Ende 2019. China stellt die Darstellung infrage, dass das neuartige Coronavirus in Wuhan seinen Ursprung habe. Im Staatsfernsehen etwa werden der BBC zufolge importierte gefrorene Nahrungsmittel verantwortlich gemacht. Covid-19 habe "viele Ursprünge", so die Lesart.

China fordert Erklärung, Kanada bedauert

Die Empörung aus den sozialen Netzwerken erreichte schnell die offizielle Ebene in China. "Wir sind schockiert und haben uns bei Kanada offiziell beschwert. Wir erwarten eine gründliche Untersuchung und eine Erklärung", wird ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums von Reuters zitiert. Man solle das Virus nicht mit Regionen in Verbindung bringen, so der Sprecher.

Kanada reagierte prompt. Man bedauere das "Missverständnis", ließ ein Sprecher gegenüber Medien verlauten. Aber keineswegs handle es sich bei dem T-Shirt um die Abbildung einer Fledermaus. Das Motiv zeige lediglich ein stilisiertes W. Es habe ein Mitarbeiter der Botschaft entworfen, der an der Rückholung von Kanadiern aus Wuhan beteiligt gewesen sei.

Die Beziehungen zwischen Peking und Ottawa sind seit etwas mehr als zwei Jahren angespannt. Damals hatte China zwei Kanadier wegen angeblicher Spionage verhaftet. Kurz zuvor hatte Kanada den Finanzchef des Elektronikherstellers Huawei aufgrund eines US-Haftbefehls festnehmen lassen.

Quellen: TwitterReuters / BBC / "The Guardian"

fin

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