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Afghanistan: "Taliban dürsten nach deutschem Blut"

In groben Worten hat Mullah Obaidullah Achund, die Nummer drei der Taliban, der Bundeswehr mit Selbstmordattentaten gedroht. "Niemand wird verschont bleiben", sagte er in einem Zeitschriften-Interview. Ab Anfang April sind sechs deutsche Tornados im Einsatz.

Ein ranghoher Talibanführer hat mit Selbstmordattentaten gegen die Bundeswehr in Afghanistan gedroht. "Niemand wird von ihnen verschont werden. Nicht die Deutschen, nicht die Briten, nicht die Kanadier und schon gar nicht die Amerikaner", sagte die Nummer Drei in der Hierarchie der Taliban, Mullah Obaidullah Achund, dem Magazin "Cicero" in einem am Montag veröffentlichten Interview. "Wir werden sie alle töten, wir dürsten nach ihrem Blut", fügte er hinzu. 6000 junge Krieger seien bereit, sich in Anschlägen auf die westlichen Truppen in Afghanistan zu opfern. Kleine Gruppen von Kämpfern seien in den vergangenen Wochen und Monaten nach Afghanistan eingesickert. An Waffen und Munition mangele es ebenso wenig wie an Unterstützung in der Bevölkerung. Das Interview wurde Ende Februar im pakistanischen Quetta geführt.

Atomwaffen? "Werden eingesetzt"

Auch der islamistische pakistanische Abgeordnete Maulana Noor Mohammed drohte Deutschland. "Deutschland ist ebenso ein Feind für die wahrhaft Gläubigen wie die USA", sagte er dem Magazin. Die Deutschen schickten Kampfflugzeuge in den Kampf gegen den Islam und massakrierten muslimische Gläubige. "Ich rufe alle wahrhaft gläubigen Muslime dazu auf, Deutschland und die Deutschen genauso zu bekämpfen, wie sie uns bekämpfen", sagte der Politiker.

Auf die Frage, was geschehen werde, falls die radikal-islamische Opposition im Atomwaffenstaat Pakistan die Macht übernehmen sollte, drohte Mohammed mit dem Einsatz von Nuklearwaffen. "Jede Waffe, die Gott den wahrhaft Gläubigen in die Hand gegeben hat, ist eine Waffe, die zur Verteidigung des Islams eingesetzt werden darf, eingesetzt werden muss und auch eingesetzt werden wird“, erklärte er.

Ab April sechs Tornados im Einsatz

Die Bundeswehr hat derzeit etwa 3200 Soldaten vor allem im Norden Afghanistans stationiert. Ab April sollen außerdem sechs Tornado-Jets Aufklärungsdaten aus ganz Afghanistan liefern und damit den Kampf gegen die radikal-islamischen Taliban unterstützen.Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte bereits Mitte März gewarnt, dass sich die Sicherheitslage im früher relativ ruhigen Norden deutlich verschlechtert und beinahe der Situation im umkämpften Süden angeglichen habe. In islamistischen Drohvideos im Internet war in den vergangenen Wochen der Abzug der Deutschen aus Afghanistan gefordert worden.

Reuters / Reuters