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AFGHANISTAN: Bush warnt die Nordallianz vor Einmarsch in Kabul

Die oppositionelle Nordallianz schließt einen Einmarsch in Kabul nicht mehr aus. Dagegen warnte US-Präsident Bush das Bündnis davor, diese Stadt einzunehmen.

Die in Afghanistan gegen die dort regierenden radikal-islamischen Taliban kämpfende Nordallianz schließt einen Einmarsch nach Kabul nicht aus. Der Außenminister der Allianz, Abdullah Abdullah, sagte am Sonntag in Dschabal-us-Saradsch, es wäre aber besser, zunächst ein breites politische Bündnis zu schaffen, ehe Kabul erobert werde. »Falls es in Kabul ein politisches Vakuum gibt«, sehe dies aber anders aus, sagte Abdullah. »Aber wir würden zunächst die internationale Gemeinschaft konsultieren.«

Bush gegen Einmarsch in Kabul

US-Präsident George W. Bush hatte am Samstag erklärt, die USA würden die Nordallianz nicht ermutigen, nach Kabul einzumarschieren. Bush sagte: »Wir werden unsere Freunde ermutigen, nach Süden vorzustoßen ... aber nicht in die Stadt Kabul selbst.« Die USA wollen erst ein breites neues Regierungsbündnis schaffen, ehe Kabul eingenommen werden soll. Abdullah sagte, die USA ließen sich von Pakistan falsch informieren, wenn sie glaubten, die Nordallianz habe in Kabul keine Unterstützung. »Die Amerikaner sind nicht richtig im Bild.« In Kabul seien Tausende verhaftet worden, weil sie gegen die Taliban seien.

Spannnung steigt tin Kabul

Die Nordallianz hat am Flughafen Bagram im Norden Kabuls mehrere Hundert Soldaten, Panzer und Artillerie zusammengezogen, die die afghanische Hauptstadt angreifen könnten. In Kabul selbst steigt die Nervosität. Ein Ladenbesitzer sagte, man werde sehen, wie sich die Nordallianz in Masar-i-Scharif gegenüber der Bevölkerung verhalte. Die USA und die Opposition müssten das Leben und Eigentum der Bürger in Masar-i-Scharif schützen. Die Truppen der Nordallianz hatten die strategisch wichtige Stadt am Freitag eingenommen.