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Afghanistan: Gates plant harten Schlag gegen Taliban

US-Verteidigungsminister Robert Gates hat sich in Pakistan um Unterstützung für den Kampf gegen die radikalislamischen Taliban in Afghanistan bemüht. Diesmal will er deren erwarteter Frühjahresoffensive zuvorkommen

Die USA wollen dem Terrornetz El Kaida und den radikal-islamischen Taliban in Afghanistan mit pakistanischer Hilfe schon bald einen empfindlichen "strategischen Schlag" beibringen. "Wir haben darüber gesprochen, wie wichtig es ist, in diesem Frühjahr die Offensive an uns zu reißen", sagte US-Verteidigungsminister Robert Gates nach einem Treffen mit dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf in der Garnisonsstadt Rawalpindi bei Islamabad. Angesichts anhaltender Vorwürfe gegen Pakistan betonte Gates am Montag bei seinem ersten Besuch in dem Land, Islamabad sei immer noch ein "sehr starker Verbündeter" der USA im Anti-Terror-Kampf.

Diesmal wird Afghanistan nicht allein gelassen

Gates sagte vor seinem Rückflug nach Washington, die USA würden Afghanistan nicht alleine lassen - anders als nach dem Ende der sowjetischen Besatzung 1989. "Dafür haben die Vereinigten Staaten am 11. September 2001 einen Preis bezahlt. Wir werden diesen Fehler nicht noch einmal machen." Gates hatte am Wochenende auf der Sicherheitskonferenz in München vor einem Scheitern der internationalen Anstrengungen in Afghanistan gewarnt. Die NATO hat eine Frühjahrsoffensive gegen die Taliban angekündigt. Die Rebellen drohen ihrerseits mit einer neuen Welle von Selbstmordanschlägen.

Pakistan gilt als Schlüsselland im Kampf gegen die Taliban. Über die 2560 Kilometer lange Grenze gelangen immer wieder Rebellen nach Afghanistan, um dort Anschläge zu verüben. Der Druck auf Musharraf, härter gegen die Taliban im halbautonomen Stammesgebiet Wasiristan an der Grenze zu Afghanistan vorzugehen, ist in den vergangenen Monaten deutlich gewachsen. Die Regierung in Kabul wirft der in Islamabad vor, dass die Rebellen in Pakistan aktiv unterstützt werden.

Angriff auf Taliban-Rebellen

Bei einem Angriff US-geführter und afghanischer Truppen auf einen hochrangigen Taliban-Anführer wurden am Montag in der an Pakistan angrenzenden südafghanischen Provinz Helmand mehrere Rebellen getötet. Aus der Mitteilung der Koalitionstruppen ging nicht hervor, ob der Anführer, der den Angaben zufolge Kontakte zu Taliban-Chef Mullah Mohammad Omar hat, unter den Opfern ist. Auch die genaue Zahl der getöteten Aufständischen werde noch untersucht, teilte die Koalition mit. Bei weiteren Gefechten in Südafghanistan wurden nach offiziellen afghanischen Angaben sechs mutmaßliche Rebellen und fünf Polizisten getötet.

Im vergangenen Jahr kamen in Afghanistan rund 4000 Menschen gewaltsam ums Leben, mehr als in jedem anderen Jahr seit dem Sturz der Taliban Ende 2001. Unter den Opfern waren viele Zivilisten.

DPA / DPA