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Afghanistan-Konferenz: Eckpunkte des Pakts

Die Afghanistan-Konferenz hat sich zum Ziel gesetzt, den Wiederaufbau des Landes am Hindukusch zu unterstützen. Bis 2010 soll eine Armee aufgebaut, die Verwaltung modernisiert und die Armut bekämpft werden.

Der "Afghanistan-Pakt" ("Afghanistan Compact") zwischen der Staatengemeinschaft und Afghanistan enthält für die kommenden fünf Jahre Ziele zum weiteren Wiederaufbau des Landes. Die Umsetzung des Afghanistan-Vertrages wird von einem "Gemeinsamen Koordinierungs- und Kontrollgremium" überwacht. Es wird von einem afghanischen und einem UN-Beauftragten geleitet. Die wichtigsten Maßnahmen bis Ende 2010 sind:

Sicherheit

Eine "national respektierte, professionelle und ethnisch ausgeglichene" Afghanische Nationalarmee (ANA) mit bis zu 70.000 Soldaten soll voll etabliert und funktionsfähig sein.

National- und Grenzpolizei sollen mit bis zu 62.000 Mitgliedern in der Lage sein, für Sicherheit im Land zu sorgen. Verminte Gebiete sollen um 70 Prozent verringert werden.

Bis Ende 2007 sollen alle illegalen Milizen entwaffnet sein. Die afghanische Regierung verstärkt ihren Kampf gegen Drogenanbau- und -handel. Ziel ist ein Ende des Anbaus von Schlafmohn, aus dem Rohopium gewonnen wird, das wiederum als Grundstoff für Heroin dient.

Regierungsführung, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte

Der Regierungsapparat wird restrukturiert und rationalisiert, um eine finanziell nachhaltige öffentliche Verwaltung zu gewährleisten. Das schließt auch die Zahl der Ministerien ein.

Ein "Nationaler Plan für Frauen in Afghanistan" wird umgesetzt. Sie sollen stärker in Regierung und öffentlichem Dienst vertreten sein.

Wirtschaftliche und soziale Entwicklung

Die staatlichen Einnahmen sollen von aktuell etwa 4,5 Prozent des geschätzten Bruttoinlandsproduktes bis 2010/2011 auf acht Prozent nahezu verdoppelt werden.

65 Prozent der Haushalte in Großstadtregionen und 25 Prozent im ländlichen Raum sollen Elektrizität haben; 50 Prozent der Haushalte in Kabul und 30 Prozent der Haushalte in anderen Großstadtregionen sollen bis dahin Zugang zu Leitungswasser haben.

Die Einschulungsrate bei Jungen soll mindestens 60 Prozent und bei Mädchen mindestens 75 Prozent betragen.

Die Grundversorgung im Gesundheitswesen soll mindestens 90 Prozent der afghanischen Bevölkerung erreichen.

Der Anteil der Menschen, die mit weniger als einem US-Dollar am Tag auskommen müssen, soll jährlich um drei Prozent und der Anteil hungernder Menschen um fünf Prozent per Jahr verringert werden.

DPA / DPA