Afghanistan Massenausbruch mit Taliban-Hilfe


Taliban-Kämpfer haben angeblich in der südafghanischen Stadt Kandahar den Eingang eines Gefängnisses gesprengt. So gelang allen 1150 Gefangenen die Flucht. Neben mindestens 350 inhaftierten Extremisten saßen in dem Gefängnis auch ganz normale Verbrecher ein.

Aufständische haben das Gefängnis der südafghanischen Stadt Kandahar gestürmt und hunderte Insassen befreit. Darunter waren ersten Angaben zufolge gewöhnliche Kriminelle genauso wie mindestens 350 Anhänger der Taliban, die gegen die NATO-Truppen im Land kämpfen.

Ausbruchshilfe gründlich geplant

"Alle Insassen sind geflohen. Da ist keiner mehr übrig", sagte Wali Karsai, der Präsident des Provinzrats von Kandahar und Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai am Freitag. Mehrere Polizisten wurden bei dem Überfall getötet, wie viele war zunächst unklar.

Der Angriff am späten Freitagabend war offenbar gründlich geplant: Zuerst explodierte ein Wassertank beim Haupttor, dann gab es mehrere Selbstmordattentate, mindestens eine Autobombe und fast 30 Minuten andauernden Raketenbeschuss.

Karsai erklärte, in dem größten Gefängnis von Kandahar seien mindestens 350 Kämpfer der Taliban gewesen, die im Mai in einen Hungerstreik getreten waren. Die Nato-Truppen erklärten zunächst nur, sie wüssten, dass es Kämpfe gegeben habe. In den Provinzen im Süden Afghanistans kommt es immer wieder zu heftigen Gefechten zwischen Nato-Truppen und Kämpfern der Taliban.


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