Afghanistan Nato beginnt Großoffensive gegen Taliban


Nato-Truppen und afghanische Militärs haben im Süden Afghanistans eine Großoffensive gegen hunderte Taliban-Kämpfer begonnen. Die Offensive konzentriert sich auf den Bezirk Arghandab in den nördlichen Außenbezirken von Kandahar, wo rund 600 Aufständische mehrere Ortschaften eingenommen haben.

Nato-Truppen und afghanische Militärs haben eine Großoffensive gegen hunderte Taliban-Kämpfer begonnen. Mit Kampfhubschraubern und schweren Boden-Geschützen gingen sie im Süden des Landes gegen Aufständische vor, von denen viele erst vor wenigen Tagen bei einem spektakulären Überfall auf ein Gefängnis freigekommen waren. Die Offensive soll mindestens drei Tage dauern. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul starben am Mittwoch zunächst rund 20 Taliban und zwei afghanische Soldaten.

Die Offensive konzentriert sich auf den Bezirk Arghandab in den nördlichen Außenbezirken von Kandahar, wo rund 600 Taliban-Kämpfer am Montag mehrere Ortschaften eingenommen haben. Daraufhin hatten Nato und afghanische Militärs ihre Kräfte dort konzentriert. Tausende Familien sind aus Angst vor den Kämpfen aus dem Gebiet geflohen. Nach afghanischen Angaben haben die Taliban mindestens acht Gemeinden eingenommen und sie vermint.

Mehr als sechs Jahre nach dem Sturz der radikal-muslimischen Taliban herrscht vor allem im Süden Afghanistans noch immer Krieg. Dabei war die Gewalt zunächst abgeflaut, doch seit zwei Jahren hat die Intensität wieder zugenommen. 13.000 Menschen sind seitdem getötet worden. Nahezu täglich kommt es zu Anschlägen. In dem Land sind derzeit rund 60.000 ausländische Soldaten unter dem Kommando von USA und Nato - darunter 3500 Bundeswehrsoldaten vor allem in Norden des Landes - sowie 150.000 afghanische Soldaten stationiert.

Allein am Mittwoch wurden vier afghanische Polizisten getötet, als in der südöstlichen Provinz Khost ein Sprengsatz neben ihrem Fahrzeug detonierte. Im benachbarten Paktika starben zwei Nato-Soldaten bei einem Bombenanschlag, zehn Menschen wurden verwundet. In der westlichen Provinz Farah kamen bei einem Selbstmordanschlag auf einen Nato-Konvoi drei Zivilisten ums Leben, zehn wurden verletzt. Am Dienstag starben vier britische Soldaten in der Provinz Helmand, als eine Bombe ihr Fahrzeug zerriss. Es war der Vorfall mit den meisten Toten überhaupt für die britische Armee bei einem einzelnen Anschlag seit Beginn ihres Einsatzes nach dem Sturz der Taliban.

Reuters Reuters

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