Afghanistan Sieben Zivilisten bei Anschlag getötet

Der Krieg in Afghanistan fordert immer mehr zivile Opfer: Zwei Tage nach dem Luftschlag der Internationalen Schutztruppe Isaf, bei dem 27 Unbeteiligte starben, wurden bei einem Anschlag im Süden sieben Zivilisten getötet. Nato-Kommandeur Stanley McChrystal entschuldigte sich unterdessen bei der Bevölkerung.

Bei einem erneuten Anschlag im Süden Afghanistans sind mindestens sieben Zivilisten ums Leben gekommen. Nach Behördenangaben wurden am Dienstag 14 weitere Menschen verletzt, als in Laschkar Gah ein an einem Fahrrad befestigter Sprengsatz explodierte. Laschkar Gah ist die Hauptstadt der Unruheprovinz Helmand, in der internationale und afghanische Truppen seit mehr als einer Woche eine Großoffensive gegen die radikalislamischen Taliban führen. Zu dem Anschlag, der sich in der Nähe eines Busbahnhofs ereignete, bekannte sich den Angaben zufolge zunächst niemand.

Der Anschlag ist Beleg dafür, wie Zivilsten immer mehr in den Krieg in ihrem Land involviert werden. Vor zwei Tagen starben nach dem Luftschlag der Internationalen Schutztruppe Isaf 27 Unbeteiligte. Nato-Kommandeur Stanley McChrystal entschuldigte sich bei der Bevölkerung. "Wir sind zutiefst betrübt über den tragischen Verlust unschuldigen Lebens", sagte McChrystal in einer Videobotschaft für das afghanische Fernsehen. "Ich habe eine gründliche Untersuchung in Gang gesetzt, um zu verhindern, dass dies noch einmal passiert." McChrystal versprach in der in die beiden örtlichen Sprachen Paschtu und Dari übersetzten Botschaft, das Vertrauen der afghanischen Bevölkerung zurückzugewinnen und "eine bessere Zukunft für alle Afghanen" zu schaffen.

McChrystal hatte sich bereits am Montag persönlich bei Afghanistans Präsident Hamid Karsai für den Luftangriff entschuldigt, bei dem am Sonntag in der Provinz Daikundi mindestens 27 Zivilisten getötet worden waren. Nach Angaben der afghanischen Regierung waren auch vier Frauen und ein Kind unter den Opfern. Nato-Kampfflugzeuge hatten drei Fahrzeuge bombardiert, in denen die internationale Truppe fälschlicherweise Taliban-Rebellen vermutete.

Es war bereits das dritte Mal in einer Woche, dass bei Luftangriffen der Nato Zivilisten und andere Unbeteiligte getötet wurden. Am Donnerstag wurden in der Provinz Kundus im Norden des Landes afghanische Polizisten bombardiert und sieben von ihnen getötet. Am Montag vergangener Woche waren bei einem Luftangriff in der Provinz Kandahar fünf afghanische Zivilisten getötet worden. Auch dafür hatte sich McChrystal bereits öffentlich bei der afghanischen Bevölkerung entschuldigt.

AFP/DPA DPA

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