Afghanistan US-Truppen töten irrtümlich afghanische Polizisten


US-Truppen haben in Afghanistan einen Polizeiposten mit Raketen beschossen. Bei dem Angriff kamen sieben Polizisten ums Leben. Währenddessen diskutieren die Niederlande, ob sie ihr Mandat von 2000 Soldaten verlängern wollen.

Ein US-Kampfhubschrauber hat in Afghanistan irrtümlich einen Polizeiposten angegriffen und sieben Polizisten getötet. Überlebende Polizisten berichteten, der Hubschrauber habe trotz ihrer Proteste und Rufe geschossen. Zu den Umständen des Unglücks wurden widersprüchliche Angaben gemacht. So erklärte der Verwaltungschef des Bezirks Chogyani, Surmai Chan, der Hubschrauber sei zur Unterstützung bei Kämpfen mit Taliban-Rebellen angefordert worden. Nach der Ankunft in der Region, zwei Stunden nach Beginn der Kämpfe, feuerte die Besatzung des Hubschraubers Raketen auf den Polizeiposten ab, sagte Chan weiter.

Der Sprecher des Gouverneurs in Nangarhar erklärte dagegen, es seien keine Taliban-Kämpfer in den Zwischenfall verwickelt. Unglücklicherweise hätten die Amerikaner und Afghanen nicht gewusst, um wen es sich auf der anderen Seite handele. An einem Kontrollpunkt der ISAF-Truppen wurden am Tag zuvor in der Provinz Kunar drei Afghanen getötet. Die Soldaten schossen auf ihr Auto, als es trotz Aufforderung an dem Kontrollpunkt nicht anhielt.

Niederlande entscheiden im August über Mandat

Bei einem Bombenanschlag nördlich von Kandahar kam ein kanadischer Soldat ums Leben. Unterdessen dauern die internationalen Beratungen über die Zukunft der Schutztruppe ISAF weiter an. Die Niederlande wollen im August entscheiden, ob sie das Mandat für die 2000 Soldaten der ISAF-Schutztruppe verlängern wollen. Der niederländische Ministerpräsident Jan Peter Balkenende beriet darüber bei einem Besuch in Toronto mit dem kanadischen Regierungschef Stephen Harper. Dieser äußerte sich besorgt, dass bei einer negativen Entscheidung die Belastung für die 2500 kanadischen Soldaten im Süden Afghanistan weiter zunehmen werde. Dort kommt es besonders häufig zu Angriffen von Taliban-Kämpfern.

AP AP

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