Anklage wegen Volksverhetzung Islamfeind Geert Wilders drohen zwei Jahre Haft


Der wegen Volksverhetzung angeklagte Islamgegner Geert Wilders hat zum Auftakt eines Prozesses in den Niederlanden seine umstrittenen Aussagen über Muslime verteidigt.

Der wegen Volksverhetzung angeklagte Islamgegner Geert Wilders hat zum Auftakt eines Prozesses in den Niederlanden seine umstrittenen Aussagen über Muslime verteidigt. "Ich weiß, dass meine Worte manchmal hart sind, aber sie sind nie ungestüm", sagte Wilders vor einem Gericht in Amsterdam. "Ich habe nicht die Absicht, die Gefühle der Menschen zu verletzen. Ich habe nichts gegen Muslime. Aber ich habe ein Problem mit dem Islam und der Islamisierung unseres Landes."

Wilders werden insgesamt 100 öffentliche Stellungnahmen zur Last gelegt. Der Chef der rechtsgerichteten Partei für die Freiheit (PVV) hat unter anderem den Koran mit Hitlers "Mein Kampf" verglichen und erklärt, die Kopftücher muslimischer Frauen "verschmutzten" das Landschaftsbild. Die Vorwürfe gehen zum Teil auf Wilders Kurzfilm "Fitna" zurück, in dem er Koranverse mit Bildern von Terroranschlägen muslimischer Extremisten illustrierte.

Der Volksverhetzungs-Prozess rührt an das Selbstverständnis der Niederlande: Einst als Vorbild für den toleranten Umgang mit Einwanderern gesehen, kam es in den vergangenen Jahren zunehmend zu Spannungen mit der islamischen Gemeinde. Wilders hatte vergeblich versucht, den Prozess zu verhindern. "Es geht um weit mehr als ihn", sagte sein Anwalt Bram Moszkowicz am Mittwoch. Das Urteil werde weitreichende Konsequenzen haben. Es steht das Recht des Politikers auf freie Meinungsäußerung gegen das Recht der Muslime auf freie Religionsausübung und Freiheit vor Verfolgung.Dem Angeklagten drohen zwei Jahre Haft oder einer Geldstrafe von 18.500 Euro.

200 Anhänger des Parteichefs demonstrierten am Mittwoch vor dem Gerichtsgebäude. Sie warfen der Staatsanwaltschaft vor, einen politischen Prozess zu führen. "Wilders spricht aus, was viele Menschen denken", sagte die 66-jährige Liesbeth Bouts, die aus Eindhoven nach Amsterdam gereist war. "Wir sind gegen eine Islamisierung der Niederlande." Die Frau betonte, Wilders habe nie zum Hass angestachelt.

Menschenrechtsgruppen zeigten sich dagegen erleichtert, dass der Islamgegner endlich vor Gericht gestellt wird. "Seine Äußerungen zeigen, dass er nicht an Religionskritik interessiert ist, sondern an Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung", erklärte die Gruppe Nederland Bekend Kleur (Die Niederlande bekennen Farbe). Sechs Prozent der niederländischen Bevölkerung sind Muslime.

Toby Sterling/APN APN

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