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Einreise-Dekret: Diese Richterin hat Donald Trump gestoppt

Seit sie den Einreisestopp von Donald Trump in Teilen einfrieren lassen hat, wird Ann Donnelly von vielen gefeiert. Die Bundesrichterin wurde von Barack Obama nominiert und gilt als intelligent und standhaft.

Kollegen erinnern sich an Ann M. Donnelly als eine Frau, die sich vom Rampenlicht nie beeindrucken ließ. Nun hat sie mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen denn je - als die Richterin, die Donald Trumps Einreisestopp in Teilen einfrieren lassen hat.

Donnellys Begründung für ihre Entscheidung: "Es besteht bei fehlender Begründung der Abschiebung die unmittelbare Gefahr substanzieller und irreparabler Schäden für Flüchtlinge, Visa-Inhaber und Individuen derjenigen Nationen, die vom präsidialen Erlass des 27. Januar betroffen sind." Das Urteil der Richterin besagt, dass seit Freitag in den USA eingetroffene Flüchtlinge oder Besucher aus den von Trumps Dekret betroffenen Ländern nicht zurückgeschickt werden dürfen, wenn sie über ein gültiges Visum, eine Greencard oder eine andere offizielle Einreiseberechtigung verfügen. Der Gerichtsbeschluss legt außerdem nahe, dass Trumps Erlass gegen die US-Verfassung verstößt. Die Klärung soll vermutlich in einigen Wochen erfolgen.


Ann Donnelly wurde mehrfach ausgezeichnet

Seit der Entscheid bekannt wurde, wird die Bundesrichterin von vielen gefeiert. Ann M. Donnelly, 1959 geboren, wurde in Michigan und Ohio ausgebildet und arbeitet am Gericht für den Eastern District of New York. Sie ist verheiratet und hat mit ihrem Ehemann zwei Kinder. Donnelly wurde 2014 vom damaligen US-Präsidenten Barack Obama nominiert und 2015 vom Senat mit überwältigender Mehrheit von 95 zu 2 Stimmen bestätigt. New Yorks demokratischer Senator Charles Schumer hatte Donnelly dem Präsidenten vorgeschlagen. Laut der Zeitung "Brooklyn Eagle" beschrieb er sie als aufgeschlossen, fair und außergewöhnlich talentiert. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet.

In der "New York Times" kommen Menschen zu Wort, die einst mit Donnelly gearbeitet haben und voll des Lobes für sie sind. Sie habe einen ausgezeichneten Ruf, heißt es. Eine ehemalige Kollegin sagt: "Sie hat eine Fairness an sich, die bis ins Mark geht und außergewöhnlich ist." Donnelly hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach hochkarätige Fälle bearbeitet , sie sei dabei stets standhaft und unerschütterlich geblieben. Auch ein anderer Ex-Kollege äußert sich in der "New York Times" begeistert. Donnelly sei äußerst intelligent und überaus fair, sagt er. "Sie ist genau die Art von Richter, vor der Sie erscheinen wollen."


car/mit DPA