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Nach "Charlie Hebdo"-Anschlag Diese Brüder sollen die Attentäter sein


Die "Charlie Hebdo"-Attentäter handelten routiniert und kaltblütig. Doch ihnen unterlief ein Fehler: Ihre Pässe lagen im Fluchtwagen. Ein Verdächtiger stellte sich, zwei Brüder sind auf der Flucht.

Der Anschlag auf die Redaktion des französischen Satiremagazins "Charlie Hebdo" dauerte nur wenige Minuten. Die Täter konnten zunächst entkommen. Zwölf Stunden nach dem Attentat hatte die Polizei drei Namen: Sie sucht nach den beiden Brüdern Said und Chérif Kouachi, 34 und 32 Jahre alt, und dem 18-jährige Hamid M.

Während die beiden Brüder noch auf der Flucht sind, stellte sich Hamid M. in Charleville-Mézière, nahe der belgischen Grenze. Die Brüder sollen die Schützen sein, er deren Helfer. Über M. ist wenig bekannt. Bis vor Kurzem soll er im Nordosten des Landes zur Schule gegangen und seit dem Schulabschluss ohne festen Wohnsitz sein. Er besitzt nicht die französische Staatsbürgerschaft. Gegenüber der Polizei soll er seine Unschuld beteuert haben.

Cherif wollte als Dschihadist in den Irak

Chérif Kouachi hingegen ist polizeilich bekannt. Anfang 2005 wurde er festgenommen, als er nach Syrien ausreisen wollte, um dann im Irak gegen US-Soldaten zu kämpfen. Chérif hatte damals ausgesagt, dass ihn die Geschehnisse im Foltergefängnis Abu Ghraib radikalisiert hätten. 2008 wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er Dschihadisten zur Ausreise in den Irak verholfen hat; eineinhalb Jahre davon wurden auf Bewährung ausgesetzt. Chérif soll Teil einer nach dem städtischen Park "Buttes-Chaumon" genannten Verbindung gewesen sein, die in Frankreich Dschihadisten für den Kampf im Irak angeheuert haben soll. 2010 wurde sein Name im Zusammenhang mit einem Befreiungsversuch eines inhaftierten Mitglieds einer islamistischen Gruppe genannt.

Chérif und sein Bruder Said wurden in Paris geboren, wuchsen in Rennes auf. Ihre Eltern - algerische Einwanderer - starben früh. Chérif soll als Pizzalieferant gearbeitet haben und vor seiner Radikalisierung kein strenggläubiger Moslem gewesen sein. In einer Moschee im 19. Arrondissement kam er in Kontakt mit Islamisten. Im Zusammenhang mit den Aktivitäten seines jüngeren Bruders soll auch Said K. 2010 im Visier der Ermittler gewesen sein. Dabei sollen sich keine Erkenntnisse ergeben haben. 

Der Pass von Said Kouachi soll die Polizei auf die Spur der Attentäter gebracht haben. Er soll im zurückgelassenen Fluchtwagen gelegen haben. Die Polizei veröffentlichte im Internet ein Fahndungsplakat der beiden Brüder und verhörte in der Nacht Bekannte, Freunde und Verwandte.

swd

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