Anschlag in Kabul Schweres Taliban-Sprengstoffattentat


Bei einem der schwersten Anschläge in der afghanischen Hauptstadt Kabul seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban im Jahr 2001 sind am Sonntag mindestens 35 Menschen getötet und Dutzende weitere verletzt worden. Unter den Toten befinden sich auch Ausländer.

Kurz nach 08.00 Uhr Ortszeit sei in einem Bus vor dem Polizeihauptquartier eine Bombe explodiert, sagte der Leiter der Kriminalpolizei in Kabul, Alischah Paktiawal, der Deutschen Presse-Agentur dpa. Mindestens 20 der Getöteten seien Polizisten. Unter den Verletzten seien auch einige Ausländer, darunter Japaner, Koreaner und Pakistaner, die in einem Wagen gesessen hätten, der gerade vorbeifuhr.

Unklar war zunächst, ob es sich um einen Selbstmordanschlag handelte. In ersten Berichten hieß es, die Attentäter hätten eine Bombe in dem Polizeibus versteckt. Direkt vor dem dem Hauptquartier sei der Sprengsatz dann explodiert. Der Ort der Explosion bot ein Bild der Zerstörung. Zu dem Anschlag bekannten sich nach Informationen des britischen Senders BBC die Taliban.

Erst am Vortag waren bei einem Selbstmordanschlag auf einen Militärkonvoi der Internationalen Schutztruppe in Kabul mindestens vier Zivilisten getötet worden. Ein weiterer Zivilist wurde von einem amerikanischen Soldaten erschossen, der nach dem Anschlag "versehentlich" das Feuer auf die Menge eröffnet hatte.

DPA/AP


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