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Atomare Brennstoffe: Bush gibt Handel mit Indien frei

Künftig können Atomreaktoren und atomare Brennstoffe an Indien verkauft werden. US-Präsident Bush hat ein entsprechendes Gesetz mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt.

US-Präsident George W. Bush hat ein umstrittenes Gesetz unterzeichnete, das den Verkauf von Atomreaktoren und atomaren Brennstoff an Indien ermöglicht. "Die Vereinigten Staaten und Indien sind natürliche Partner, die Rivalitäten, die unsere Nationen einst getrennt haben, existieren nicht mehr", sagte Bush, als er das Gesetz in Washington mit seiner Unterschrift in Kraft setzte. Seine Zustimmung galt als Formsache. Allerdings müssen noch internationale Organisationen wie die UN-Atomenergiebehörde IAEA zustimmen.

Milliardenschwere Geschäfte erhofft

Die USA lehnten Atomgeschäfte mit Indien 30 Jahre lang ab, weil Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat und unter Missachtung internationaler Abkommen 1998 eine Atomwaffe testete. Die USA erhoffen sich von dem Abkommen milliardenschwere Geschäfte für US-Konzerne. Gegner bezeichnen das Gesetz allerdings als historischen Fehler.

Indien und das US-Handelsministerium hatten sich dafür stark gemacht, möglichst wenige Einschränkungen in das Gesetz einzubauen. Der Präsident muss jedoch bei einem erneuten Atomwaffentest sofort alle Exporte blockieren. Er muss zudem einmal im Jahr dem Kongress darlegen, dass Indien aktiv daran arbeitet, das iranische Atomprogramm einzuschränken.

Indien hat zudem internationalen Inspektionen in seinen 14 zivil genutzten Atomkraftwerken zugestimmt. Acht militärisch genutzte Werke sind dagegen weiterhin für die Kontrolleure gesperrt. Indien verfügt Experten zufolge über 50 Atomwaffen und will binnen eines Jahrzehnts diese Zahl auf bis zu 400 erhöhen.

Reuters / Reuters