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Atomgipfel: Nichtangriffspakt gegen Atomwaffenstopp

Auch nach multilateralen Gesprächen in Peking schwelt der Streit um das nordkoreanische Atomwaffenprogramm weiter. Nordkorea fordert von den USA die Unterzeichnung eines Nichtangriffspakts und droht mit einem Nukleartest.

Nordkorea droht mit einem Atomtest. Bei den Sechser-Gesprächen in Peking warnte Delegationschef Kim Yong Il außerdem, sein Land könne sich formell zum Atomwaffenstaat erklären. Die dreitägige Runde endete am Freitag ohne jede Annäherung, nachdem Nordkorea zahlreiche Bedingungen für ein Ende seines Atomprogramms wiederholt hatte. Dennoch soll der Dialog fortgesetzt werden - möglicherweise innerhalb von zwei Monaten. Nordkorea, die USA, China, Südkorea, Japan und Russland konnten sich am Ende der Gespräche nicht einmal auf eine geplante gemeinsame Schlusserklärung einigen.

"Ziemlich große Zahl von Meinungsgegensätzen"

Trotzdem sagte Chinas Verhandlungsführer Wang Yi, die Runde habe eine "notwendige Grundlage für künftige Gespräche gelegt". Ort und Zeitpunkt sollten "so schnell wie möglich" festgelegt werden. Chinas Staatsfernsehen und Südkoreas Delegation sprachen davon, eine neue Runde solle möglichst innerhalb von zwei Monaten stattfinden. Chinas Vizeaußenminister räumte "eine ziemlich große Zahl von Meinungsgegensätzen" ein, hob aber gemeinsame Punkte hervor, die er die "wichtigsten Errungenschaften der Gespräche" nannte.

So wollten alle Beteiligten die Krise durch Dialog lösen. Alle seien sich zudem einig, dass es keine Atomwaffen auf der koreanischen Halbinsel geben solle. Sie wollten auch die Sicherheitssorgen Nordkoreas berücksichtigen. Es gebe Einigkeit, dass eine umfassende Lösung abgestimmte und parallele Schritte vorsehe. Bis dahin wollten die Beteiligten die Situation nicht durch Worte oder Taten anheizen.

Nordkorea droht mit Nukleartest

Nordkorea erhöhte aber in den Verhandlungen den Druck noch, indem es nach US-Angaben mit einem Nukleartest drohte. "Nach den Berichten, die wir von unserer Delegation bekamen, haben sie (die Nordkoreaner) gesagt, sie bereiteten die offizielle Deklaration als Atommacht vor und überlegten, einen Test durchzuführen", zitierte der US- Nachrichtensender CNN einen US-Regierungsbeamten.

Die Worte seien in einer erregten Phase gefallen, als Nordkorea den USA eine feindliche Politik geworfen habe. Auch habe Nordkorea gewarnt, dass es Trägersysteme habe, um Atomwaffen zu transportieren. Die USA und Südkorea spielten die Ankündigung herunter. Washington frage sich, ob dies eine Drohung sei, um Konzessionen zu gewinnen, sagte der US-Beamte laut CNN. Russlands Delegationsleiter, Vizeaußenminister Alexander Losjukow, sagte laut Itar-Tass: "Es ist unwahrscheinlich, dass Nordkorea Atomwaffen besitzt."

Nordkorea will einen Nichtangriffspakt

Nordkorea wiederholte seinen Paket-Vorschlag zur Lösung der Krise vom April. Als Bedingungen nannte die amtliche Nachrichtenagentur KCNA einen Nichtangriffspakt mit den USA, die Aufnahme diplomatischer Beziehungen, Garantien für Wirtschaftskooperation mit Japan und Südkorea sowie die Fertigstellung von zwei Leichtwassereaktoren. Dafür wolle Nordkorea keine Atomwaffen herstellen, Inspektionen erlauben, seine Atomanlagen abbauen und den Export und Tests von Raketen einstellen, schrieb KCNA.

Nordkorea habe erwartet, dass ein Abkommen durch einen verbalen Austausch von Willensäußerungen zwischen den USA und Nordkorea zu Stande kommen würde, berichtete KCNA. Den USA warf Nordkorea vor, die Sechser-Gespräche durch eine feindselige Politik gegenüber Pjöngjang zu untergraben. Die USA bestünden darauf, dass Nordkorea zuerst sein Atomprogramm aufgeben müsse, hieß es in einem Kommentar von KCNA, den die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap verbreitete. "Das bedeutet letzten Endes, die USA wollen erst dann einen Schritt machen, nachdem sie uns entwaffnet haben."