Atommacht Nordkorea weiter auf Konfrontationskurs


Das nordkoreanische Militär hat wöchentliche Treffen mit US-Offizieren beendet. Mit den "arroganten" Amerikanern seien die Gespräche sinnlos. US-Außenminister Powell glaubt an eine friedliche Lösung des Konflikts.

Die USA arbeiten nach den Worten von US-Außenminister Colin Powell mit den Nachbarn Nordkoreas an einer friedlichen Lösung des Atomstreits. Powell erklärte am Mittwoch, die USA arbeiteten mit allen Partnern in der Region auf multilateraler Basis zusammen, um dieses Problem "ein für alle Mal" zu lösen. Die USA hätten dabei auch deutlich gemacht, dass sie keine Invasion Nordkoreas planten.

Nordkorea wirft Amerikanern Arroganz vor

Nordkorea hatte am Mittwoch die regelmäßigen Kontakte zum UN-Kommando entlang der innerkoreanischen Grenze abgebrochen. Die nordkoreanische Volksarmee erklärte am Mittwoch, sie werde künftig keine Verbindungsoffiziere mehr zu den wöchentlichen Treffen mit US-Vertretern schicken. "Es ist sinnlos, mit den US-Streitkräften zu diskutieren, so lange sie arrogant bleiben", hieß es nach einem Bericht der Nachrichtenagentur KCNA in der Erklärung der nordkoreanischen Streitkräfte.

Japan schickt Spionagesatelliten ins All

Verschärft wird der Konflikt durch eine Ankündigung Japans. Angesichts der zunehmenden Spannungen um das Atomwaffenprogramm seines Nachbarn Nordkorea schickt Tokio erstmals eigene Spionagesatelliten ins All. Eine Trägerrakete soll die ersten beiden Satelliten an diesem Freitag vom Weltraumbahnhof Tanegashima aus in eine Umlaufbahn in 400 bis 600 Kilometer Höhe bringen. Zwei weitere sollen im Sommer folgen.

Japan hatte sich dazu entschlossen, nachdem Nordkorea 1998 eine Mittelstreckenrakete über Japan hinweg getestet hatte. Seitdem Pjöngjang seinen umstrittenen Atomreaktor in Yongbyon wieder angefahren hat gibt es zudem Befürchtungen, das kommunistische Land könnte schon in einigen Monaten in der Lage sein, Atombomben zu bauen. Dass sich die japanische Regierung im Irak-Konflikt voll hinter die USA stellte, ist nach Einschätzung von Beobachtern denn auch in erster Linie durch die aus Sicht Japans viel direktere Gefahr einer atomaren Bewaffnung Nordkoreas motiviert.

Die Sorge um Nordkorea treibt die Japaner an die Seite der USA

Japans Ministerpräsident Junichiro Koizumi betonte wiederholt die Bedeutung der Sicherheitsallianz mit den USA. Er weiß, dass Japan im Ernstfall auf den Schutz der Amerikaner angewiesen ist. Japans Streitkräfte zählen zwar zu den modernsten der Welt, doch sind sie auf Landesverteidigung ausgelegt und verfassungsrechtliche eng beschränkt. Zwar gab es in jüngster Zeit vereinzelt Befürchtungen, Japan könnte versucht sein, ebenfalls atomar aufzurüsten, sollte Nordkorea eine Atomwaffe testen. Doch die meisten Japaner lehnen Atomwaffen weiterhin strikt ab.

gerüchte über neue Raketentests in Nordkorea

Unterdessen berichten Medien, Nordkorea treffe scheinbar Vorbereitungen für den Test einer ballistischen Rakete über Japan hinweg, um seine Angriffskapazitäten zu demonstrieren. Um nicht länger nur auf US-Erkenntnisse über solche Aktivitäten angewiesen zu sein, legt sich Japan nun eigene Spionagesatelliten zu. Nordkorea hatte Japan wiederholt gewarnt, die Satelliten ins All zu befördern. Die Satelliten werden nicht sofort von großem Nutzen sein, da Japan laut Experten bei der Analyse der Satellitendaten noch im Rückstand ist. Die neuen Satelliten sollen von März 2004 voll im Einsatz sein.

Nordkorea erhöht Militärausgaben

Die koreanische Agentur KCNA meldet außerdem, dass Nordkorea dies Jahr die Verteidigungsausgaben auf 15,4 Prozent des Etats erhöhen will. Im vergangenen Jahr hatte der Anteil für Rüstungsausgaben 14,9 Prozent ausgemacht. Absolute Zahlen für die Ausgaben wurden nicht bekannt.


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