Atomstreit Iran beteuert Verhandlungswillen


Die Europäische Union bemüht sich um Verhandlungen im Atomstreit zwischen dem Iran und den USA. Das erste Zusammentreffen zwischen dem iranischen Chefunterhändler Ali Laridschani und EU-Chefdiplomat Javier Solana gibt Anlass zur Hoffnung.

Der Iran hat zu Beginn von Gesprächen mit der EU über eine mögliche Entschärfung des Atomkonflikts seine Bereitschaft zu Verhandlungen erklärt. "Wir meinen es ernst mit der Fortsetzung von Verhandlungen", sagte der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani zu Beginn eines Treffens mit EU-Chefdiplomat Javier Solana am Donnerstagabend in Brüssel. Laridschani sagte, er werde noch nicht auf die Vorschläge antworten, die der Westen vor vier Wochen vorgelegt hatte.

"Am kommenden Dienstag werden wir arbeiten", sagte er. Laridschani und Solana treffen sich am Dienstag erneut. Der außenpolitische Beauftragte der EU hatte nach einer Absage eines für Mittwoch geplanten Gesprächs durch Laridschani darauf bestanden, dass dieses am folgenden Tag nachgeholt wurde. "Wir wollen arbeiten, nicht viel reden", sagte Solana, bevor er sich mit dem iranischen Atom- Unterhändler zu einem Gespräch unter vier Augen, an denen nur Dolmetscher teilnahmen, zurückzog.

Frankreich forderte den Iran unmittelbar vor dem Brüsseler Treffen auf, "konkret und schnell" auf die Vorschläge zu antworten. Außenminister Philippe Douste-Blazy sagte im französischen Rundfunk, falls die Iraner die Vorschläge ablehnten, so müsse die internationale Gemeinschaft im Sicherheitsrat handeln. Über Sanktionen bestehe zwar keine Einigkeit, doch sei man nicht zerstritten.

EU hofft auf Verhandlungsbeginn

Das Gespräch vom Donnerstagabend Laridschani wurde in einer Erklärung der EU als "Möglichkeit, die Voraussetzungen für den Beginn von Verhandlungen zu schaffen", bezeichnet. Das Angebot der EU und der USA, das von Russland und China unterstützt wird, sieht im Gegenzug zu Irans Aussetzung der Urananreicherung umfangreiche wirtschaftliche und technologische Zusammenarbeit auch auf nuklearem Gebiet vor. Der Westen verdächtigt den Iran, Atombomben bauen zu wollen. Die Regierung in Teheran bestreitet dies und besteht darauf, als Unterzeichnerstaat des Atomwaffensperrvertrages Uran für die friedliche Nutzung der Atomenergie anreichern zu dürfen.

Solana erhofft spätestens am Dienstag von einer Arbeitssitzung im größeren Delegationskreis eine grundsätzliche Reaktion der Regierung in Teheran auf die westlichen Vorschläge. Einen Tag später wollen die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates sowie Deutschland über das weitere Vorgehen im Atomkonflikt sprechen, anschließend steht Teherans Nuklearprogramm auch auf der Tagesordnung des G8- Gipfeltreffens in St. Petersburg.

Laridschani respektiert Solana

Laridschani hatte nach der Absage des Gesprächs vom Mittwoch zunächst eine Verschiebung des direkten Kontakts mit der EU auf die kommende Woche vorgeschlagen. Solana hatte jedoch auf ein Treffen am Donnerstag gedrungen. Laridschani sagte, er sei "aus Respekt vor Solana" gekommen. Die iranische Nachrichtenagentur IRNA sprach später von Sorge vor einem Attentat.

DPA DPA

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