Auftakt des Weltsozialforums Demonstration mit Sambaklängen und Trommelschlägen


Zum Auftakt des diesjährigen Weltsozialforums haben in der brasilianischen Stadt Porto Alegre rund 25.000 Menschen gegen Auswüchse der kapitalistischen Wirtschaftsordnung demonstriert.

Zum Auftakt des diesjährigen Weltsozialforums haben in der brasilianischen Stadt Porto Alegre rund 25.000 Menschen gegen Auswüchse der kapitalistischen Wirtschaftsordnung demonstriert. Die Globalisierungskritiker zogen am Montag mit Sambaklängen und Trommelschlägen durch die Stadt und geißelten die Gier von Unternehmen als Hauptgrund für die weltweite Wirtschaftskrise. Das Forum wurde vor zehn Jahren als Gegenveranstaltung zum Weltwirtschaftsforum in Davos ins Leben gerufen, das am Mittwoch beginnt.

Die Initiatoren des Forums sehen sich durch die Finanzkrise in ihrer Kapitalismuskritik bestärkt. Die politische und wirtschaftliche Entwicklung in den USA sei ein klares Zeichen dafür, dass die Welt ein anderes Wirtschaftssystem brauche, sagte einer der Begründer des Forums, Francisco Whitaker. "Wir werden die Welt vielleicht nicht vollständig und sofort ändern, aber der Wandel kann jetzt von unten kommen und sich verbreiten."

Einer der Teilnehmer, der brasilianische Menschenrechtsaktivist Sergio Bernardo, erklärte, das kapitalistische System sei ins Chaos getrieben worden. "Wir lassen sie wissen, dass wir eine Welt ohne Ausbeutung schaffen können, die den Armen helfen wird." Der Aktivist Gustavo de Biase sagte, das Forum kämpfe für eine gerechtere Gesellschaft, gegen Hunger und Krieg.

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio da Silva wollte am Dienstagabend in einem Sportstadion vor Teilnehmern des Sozialforums sprechen. Medienberichten zufolge wollte er darlegen, wie Brasilien es in den vergangenen Jahren geschafft habe, Millionen Menschen aus der Armut zu holen. Der linksgerichtete Präsident ist unter den Aktivisten nicht unumstritten. Der ehemalige Gewerkschaftsführer wird von manchen Teilnehmern des Forums kritisiert, weil er als Präsident zu viel für Banken und Unternehmen getan habe.

Von dem fünftägigen Weltsozialforum werden keine Beschlüsse erwartet. Vielmehr wollen die Teilnehmer Erkenntnisse aus den Debatten in ihre Heimatländer tragen und dort an deren Umsetzung arbeiten.

APN APN

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