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"Wir sind bei dir, Beata": Polens Ministerpräsidentin liegt nach Autounfall im Krankenhaus

Schreck in Polen: Ministerpräsidentin Beata Szydlo liegt nach einem Autounfall im Krankenhaus. Ihr Dienstwagen prallte gegen einen Baum.

Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo liegt nach einem Autounfall im Krankenhaus

Eine beschädigte Limousine aus der Fahrzeugkolonne von Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo steht nach einem Unfall in Oswiecim auf einem Abschleppfahrzeug.

Polens Ministerpräsidentin Beata Szydlo liegt nach einem Autounfall mit leichten Verletzungen im Krankenhaus. Szydlo gehe es nach dem Unfall in Auschwitz (Oswiecim) aber gut, sagte Regierungssprecher Rafal Bochenek. Ihr Zustand sei "stabil". Genaue Angaben zum Gesundheitszustand Szydlos und zur Art ihrer Verletzungen machte er nicht. Der Vorsitzende von Szydlos rechtskonservativer Regierungspartei PiS, Jaroslaw Kaczynski, hatte zuvor gesagt, die Regierungschefin sei schwer verletzt worden.
Bei dem Unfall am Freitagabend hatte ein junger Mann mit seinem Fiat-Kleinwagen den Dienstwagen der Ministerpräsidentin gerammt, der daraufhin von der Straße abkam und gegen einen Baum prallte. Nach ersten Untersuchungen in einem Krankenhaus in Südpolen wurde Szydlo mit einem Hubschrauber in ein Militärkrankenhaus in Warschau geflogen. 

 Bei dem Unfall sei der Regierungschefin "nichts Ernstes" zugestoßen, sie müsse sich aber einigen "Routineuntersuchungen" unterziehen und zur Beobachtung vorerst im Krankenhaus bleiben, sagte Bochenek. Genauere Angaben zur Art der Untersuchungen machte er nicht. Szydlo werde im Krankenhaus gut betreut und sie fühle sich wohl, obwohl sie nach dem Unfall noch nicht wieder "völlig wohlauf" sei.

Ob Beata Szydlo nächste Kabinettssitzung leiten wird, ist noch offen

Wie lange die 53-Jährige im Krankenhaus bleiben muss, sagte Bochenek nicht. Darüber müssten "die Spezialisten" entscheiden. Szydlo könne aber weiterhin ihre Aufgaben erfüllen und ihr Regierungsamt ausüben. Ob Szydlo bereits am Dienstag die nächste Kabinettssitzung leiten wird, ließ Bochenek offen.
Bei dem Unfall wurden den Angaben zufolge auch zwei Leibwächter Szydlos verletzt, darunter der Fahrer der Limousine. Einer von ihnen erlitt schwere Beinverletzungen, beide werden im Krankenhaus behandelt. Szydlo war zum Zeitpunkt des Unfalls angeschnallt.
Die Staatsanwaltschaft nahm wegen des Unfalls Ermittlungen auf. Nach Polizeiangaben hat der 21-jährige Fahrer des Kleinwagens bereits seine Schuld eingestanden. Nach einer Befragung am Freitagabend wurde gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung bei einem Verkehrsunfall eingeleitet. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu drei Jahre Haft.
Kaczynski übermittelte der Ministerpräsidentin seine Genesungswünsche. Er hoffe, dass sie bald wieder die Regierungsgeschäfte übernehmen könne, sagte der frühere Regierungschef.

"Wir sind bei dir, Beata"

Bei einer Veranstaltung am Freitagabend in Warschau hatte Kaczynski gesagt, dass Szydlo bei dem Unfall "schwer verletzt" worden sei. "Wir sind bei dir, Beata", sagte der Parteichef bei der monatlichen Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an den Absturz der polnischen Präsidentenmaschine bei Smolensk in Russland im Jahr 2010.
"Und wir sind uns sicher, dass du nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt wieder bei uns sein und die Regierung führen wirst", fügte der Zwillingsbruder des bei dem Unglück 2010 verstorbenen Präsidenten Lech Kaczynski hinzu.
Polnische Spitzenpolitiker waren zuletzt in eine Reihe von Verkehrsunfällen verwickelt. Ein Zwischenfall während ihrer Fahrt durch Jerusalem im November verlief für Szydlo aber ebenso glimpflich wie der Auffahrunfall, an dem Verteidigungsminister Antoni Macierewicz im Januar auf einer vereisten Autobahn beteiligt war. Auch Präsident Andzej Duda blieb unverletzt, als im vergangenen März ein Reifen seines Dienstwagens platzte. 

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AFP