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Bericht der "Weißhelme": Syrien soll erneut Giftgas eingesetzt haben

Bereits 2013 hatte Syrien der Vernichtung seiner Chemiewaffen zugestimmt. Trotzdem steht die syrische Regierung immer wieder unter Verdacht, Giftgas einzusetzen. Die neusten Vorwürfe kommen von der Zivilschutz Organisation "Weißhelme".

Syrien: Die Zivilschutz-Organisation "Weißhelme" im Einsatz nach einem syrisch-russischen Luftangriff auf Serakib.

Die Zivilschutz-Organisation "Weißhelme" im Einsatz nach einem syrisch-russischen Luftangriff auf Sarakeb, eine Stadt im Nordwesten Syriens.

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Rettungshelfer und Aktivsten werfen der syrischen Regierung erneut den Einsatz von Giftgas vor. Die Rettungsorganisation Weißhelme berichtete am Montag, in der von Rebellen kontrollierten Stadt Sarakib im Nordwesten des Bürgerkriegslandes seien mindestens zwölf Menschen verletzt worden, als sie Chlorgas eingeatmet hätten. Ein Hubschrauber habe eine Bombe mit dem Gas abgeworfen, erklärten die Weißhelme weiter.

Eine unabhängige Bestätigung für die Angaben gab es zunächst nicht. In New York wollte sich am Montag der UN-Sicherheitsrat mit dem Einsatz von Chemiewaffen in Syrien befassen.

Syrien war nach einem Giftgasangriff 2013 unter starkem internationalem Druck der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) beigetreten und hatte der Vernichtung seiner Chemiewaffen zugestimmt. Bis jetzt ist aber unklar, ob Syrien tatsächlich alle Bestände zerstören ließ. Chlorgas fällt nicht unter das Verbot, da es auch für zivile Zwecke eingesetzt werden kann.

Syrien und Russland gegen die Rebellen

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete zudem Luftangriffe auf weitere von Rebellen kontrollierte Gebiete im Nordwesten Syriens. In der Stadt Idlib seien mindestens drei Zivilisten ums Leben gekommen, in dem Ort Kafr Nubl sechs. In dem Ort Maarat al-Numan wurde demnach auch ein Krankenhaus getroffen. Den Weißhelmen zufolge ist das Hospital nach dem Angriff außer Betrieb.

Die umkämpfte Provinz Idlib ist eine der letzten Rebellenhochburgen in Syrien. Regierungstruppen konnten jedoch in den vergangenen Wochen größere Gebiete einnehmen und setzen ihre Offensive gegen die überwiegend islamistischen Milizen fort. Russische Jets unterstützten die Angriffe. Rebellen hatten am Wochenende erstmals ein russisches Flugzeug abgeschossen. Moskau ist im Bürgerkrieg ein wichtiger Verbündeter der Regierung in Damaskus. 

sve / DPA