Betrugsprozess Ex-Lobbyist lässt US-Regierung erzittern


Ein Ex-Lobbyist hat vor einem US-Gericht Betrug und Steuerhinterziehung gestanden. In dem Korruptionsprozess könnte Jack Abramoff mit seinem Wissen die US-Regierung in arge Schwierigkeiten bringen.

In einem Korruptionsprozess, der mehrere US-Abgeordnete mit in den Strudel ziehen könnte, hat sich der Lobbyist Jack Abramoff vor einem Bundesgericht in Washington des Betrugs und der Steuerhinterziehung schuldig bekannt.

Abramoff steht im Mittelpunkt eines verschachtelten Korruptionsnetzes, in dem prominente Abgeordnete Geld erhielten oder mit Golf-Ausflügen, Tickets für Sportveranstaltungen, Abendessen und anderen Zuwendungen bedacht wurden.

Das Verfahren dürfte Informationen an die Öffentlichkeit bringen, die mehrere Abgeordnete vor allem der regierenden Republikaner in Bedrängnis bringen könnten. Vor der im Herbst anstehenden Wahl wäre dies eine schwere Bürde für die Partei von Präsident George W. Bush.

Schockwellen durchs Geständnis

Bereits das Geständnis Abramoffs dürfte Schockwellen durch den US-Kongress schicken: Viele Abgeordnete von Regierung und Opposition haben während des Wahlkampfs von der Unterstützung durch Abramoff profitiert. Einige Abgeordnete, die sich vor dem Prozess von dem Lobbyisten distanzieren wollten, haben in den vergangenen Wochen bereits mehr als 200.000 Dollar zurückgezahlt.

Abramoff hatte sich zur Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft bereit erklärt und kann daher auf eine deutliche Reduzierung des Strafmaßes rechnen. Ihm drohen bis zu 30 Jahre Haft. Allerdings wird sich die Strafe wegen des Geständnisses wohl auf maximal elf Jahre belaufen.

Sollte Abramoff vollständig mit dem Gericht zusammenarbeiten, könnte die Haftdauer sogar noch weiter verringert werden. Im Rahmen der Vereinbarung zum Schuldeingeständnis erklärte sich Abramoff zudem bereit, mindestens 25 Millionen Dollar an Entschädigung zu bezahlen. Vor Gericht sagte er, er bedauere seine Fehler und entschuldigte sich für den entstandenen Schaden.

DPA DPA

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