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Twitter: #NotmyPM: Briten laufen online Sturm gegen Boris Johnson

Der ehemalige britische Außenminister Boris Johnson ist erst seit einem Tag Premierminister, abzusehen war seine Wahl aber schon früher. Viele Briten sind nicht zufrieden mit ihrem neuen Regierungschef und machen ihrer Wut auf Twitter unter dem Hashtag #NotmyPM Luft.

Boris Johnson vor

Boris Johnson ist der neue Premierminister 10 Downing Street 

AFP

Boris Johnson, ehemaliger britischer Außenminister und früherer Herausgeber der politischen Zeitschrift "The Spectator", ist der offizielle Nachfolger von Theresa May als Premierminister. Lange wurde auf seine Wahl zum Tory- und damit zum Regierungschef spekuliert. Am Dienstag kam dann die nicht überraschende Meldung. Doch viele Briten sind nicht zufrieden mit ihrem neuen PM, wie der Premierminister auf der Insel oft genannt wird.

Auf Twitter trendet nun der Hashtag #NotmyPM. Johnson wird immer wieder rassistisches Verhalten vorgeworfen. Außerdem werfen ihm seine Gegner vor, er würde sich nur um die Gewinnmaximierung reicher Bürger bemühen, während sozial schwächer Gestellte von ihm ignoriert würden. Die britischen Bürger konnten nicht selbst für Johnson oder seinen Gegner wählen. Die etwa 160.000 Mitglieder der konservativen Partei hatten bis Montagabend per Briefwahl ihre Stimme für den neuen Torychef abgeben. 92.153 der Parteimitglieder stimmten für Johnson.

Boris Johnson neuer Premier: Nicht des Bürgers Wille

 "Heute hat das Vereinigte Königreich der Welt eine Botschaft gesendet, dass Sie (zweimal) wegen Lügen entlassen werden (zweimal), von Ihrem ehemaligen Chef als ungeeignet für das Amt verspottet werden und rassistische Sprache mehrmals benutzt haben können, aber solange Sie nach Eton und Oxford gegangen sind, können 0,3% der Bevölkerung Sie zu unserem Premierminister machen."

 Johnson schrieb: "Ich danke Ihnen allen für die unglaubliche Ehre, die Sie mir erwiesen haben. Die Zeit des Wahlkampfs ist vorbei und die Zeit der Arbeit, unser Land und unsere Partei zu vereinen, den Brexit zu liefern und Corbyn zu besiegen, beginnt. Ich werde mit aller Kraft daran arbeiten, Ihr Vertrauen zurückzugewinnen." Darauf antwortete eine Userin spöttisch: "Wir haben einen Scheiß getan, gib uns nicht die Schuld daran, dass du gewählt wurdest."

 Das Bild ist an den berühmten "Bruderkuss" zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker, der auf einem Graffiti an der East Side Gallery in Berlin zu sehen ist, angelehnt. Die Userin schrieb dazu: "Wir haben ihn nicht gewählt. Wir hatten keine Wahl, keine Abstimmung. Wir haben 67 Millionen Einwohner, aber 92.000 haben diese Entscheidung getroffen, und die anderen 99,86% von uns hatten nichts zu sagen."

Der britische Trump

 "Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und dieses sagt alles."

 "Also, sehr geehrtes Großbritannien, es tut mir leid. Wir haben Erfahrung in diesem 'Trump'-Bereich. Hier ist also ein Leitfaden, wie Sie Ihren eigenen britischen Trump überleben können: - Gegenseitige Unterstützung  - Zeigt Mitgefühl - Findet einen guten Anführer - Erinnert euch daran, wie böse und gefährlich Trump ist. - Gebt nicht auf. - Wählt ihn raus"

fis