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Landsitz des Premierministers Boris Johnson zögert mit Rücktritt – weil er noch pompös heiraten will?

Chequers liegt in der Nähe von Ellesborough in Buckinghamshire und ist der offizielle Landsitz des Premierministers
Chequers liegt in der Nähe von Ellesborough in Buckinghamshire und ist der offizielle Landsitz des Premierministers
© Steve Parsons/PA Wire / DPA
Offenbar nur widerwillig hat der britische Premier Boris Johnson seinen Rücktritt angekündigt. Laut britischen Medien spielt dabei auch eine Rolle, dass die Einladungen für Johnsons Hochzeit auf dem Landsitz des Premierministers schon verschickt sind.

Nach seinem Rücktritt als Chef der konservativen Tories muss sich der britische Premierminister Boris Johnson möglicherweise einen neuen Ort für seine Hochzeitsfeier suchen: Johnson und seine Frau Carrie hatten im Mai 2021 im kleinen Kreis geheiratet – wegen der Corona-Beschränkungen konnten sie nur 30 Gäste zu einer Gartenparty in die Downing Street einladen. Für den 30. Juli ist nun eine große Party in Chequers, dem offiziellen Landsitz des britischen Premierministers, geplant.

Am Donnerstag kündigte Johnson an, noch so lange Regierungschef zu bleiben, bis ein neuer Parteichef gewählt ist – möglicherweise also bis zum Parteitag im Oktober. Der "Daily Mirror", der "Guardian" und andere britische Medien berichten nun, der Zeitplan hänge vor allem mit Johnsons Hochzeitsplänen zusammen – die Einladungen nach Chequers seien bereits verschickt.

Johnson-Hochzeit in Chequers geplant

Auch ein Versprecher deutet darauf hin, dass Johnson in seiner Rücktrittsrede das Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert im Sinn hatte: Als er vor seinem Amtssitz in der Londoner Downing Street seinen Rücktritt bekanntgab, bedankte er sich bei seinen "wunderbaren Mitarbeitern hier in Chequers".

Sehen Sie im Video: Johnson will erstmal Premier bleiben: Reporterin berichtet über Stimmung in London.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan von der oppositionellen Labour-Partei kommentierte die Vorwürfe ironisch: "Auch wenn wir alle gerne ein rauschendes Hochzeitsfest auf Kosten des Steuerzahlers in Chequers haben würden, wird er das nicht tun können, weil die britische Öffentlichkeit es abscheulich finden wird", sagte Khan im Sender LBC Radio.

tkr AFP

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