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CHINA: Freilassung der US-Crew angekündigt

China hat die Freilassung der seit fast zwei Wochen festgehaltenen Besatzung des US-Aufklärungsflugzeugs angekündigt.

China hat die Freilassung der seit fast zwei Wochen festgehaltenen Besatzung des US-Aufklärungsflugzeugs angekündigt. Die 21 Männer und drei Frauen könnten China »nach den notwendigen Formalitäten« verlassen, meldete die Nachrichtenagentur Xinhua unter Berufung auf den chinesischen Außenminister Tang Jiaxuan. Die USA hätten das von China geforderte Entschuldigungsschreiben wegen des Luftzwischenfalls und des vermissten chinesischen Piloten überreicht. Die USA bestätigten die bevorstehende Freilassung der Besatzung. Das US-Flugzeug war am 1. April mit einem chinesischen Abfangjäger kollidiert und auf der Insel Hainan notgelandet.

Tang habe den US-Botschafter in Peking, Joseph Prueher, über die angekündigte Freilassung informiert, meldete Xinhua. Prueher habe Tang im Gegenzug das Entschuldigungsschreiben wegen des Luftzwischenfalls über dem Südchinesischen Meer und des vermuteten Todes des chinesischen Piloten überreicht. Darin hätten US-Präsident George W. Bush und US-Außenminister Colin Powell ihr »tiefes Bedauern« über das Eindringen der Maschine in den chinesischen Luftraum und den Tod des Piloten ausgedrückt.

Die US-Regierung habe bereits dem chinesischen Volk mitgeteilt, dass ihr der Vorfall sehr leid tue, sagte Tang. Daher habe die Regierung in Peking aus humanitären Gründen beschlossen, dass die US-Besatzung nach Abschluss der Formalitäten China verlassen dürfe. Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte, die US-Besatzung werde gemeinsam freikommen. Dies könne sehr schnell gehen, wenn die USA ausreichen kooperativ seien.

Der chinesische Präsident Jiang Zemin hatte zuvor zu einer angemessenen Lösung des Problems aufgerufen. Sein US-Kollege George W. Bush sagte, die USA täten alles, was nötig sei, um einen Ausweg aus der Sackgasse zu finden. Eine Entschuldigung hatten die USA aber bislang abgelehnt. Jiang hatte am Dienstag (Ortszeit) in Uruguay gesagt: »Angesichts der wichtigen Rolle unserer Staaten sollten wir eine angemessen Lösung des Problems finden«.

Einzelheiten des Zusammenstoßes bekannt geworden

Die Suche nach dem Piloten Wang Wei und die Trauer seiner Familie machten in den vergangenen Tagen die Schlagzeilen in den chinesischen Medien. Der hochrangige Marine-Vertreter Hu Yanlin wurde mit den Worten zitiert, die Überlebenschancen des Piloten schwänden. Er habe Wangs Frau gesagt, falls ihr Mann tot sei, würde er zum Nationalhelden erklärt.

US-Diplomaten waren am Dienstagabend ein fünftes Mal mit der US-Besatzung zusammengekommen. US-Militärattache Neal Sealock sagte, die Bedingungen, unter denen sie festgehalten würden, seien gut. Die Besatzung ist in einem Gästehaus der chinesischen Armee untergebracht.

Aus US-Regierungskreisen verlauteten erstmals Einzelheiten über den Zusammenstoß. Als Wangs F-8 Abfangjäger zum dritten Mal dicht an dem US-Aufklärungsflugzeug vom Typ EP-3 vorbeigeflogen sei, sei es zur Kollision gekommen. Es gebe Anzeichen, dass die US-Maschine zu dem Zeitpunkt mit Autopilot geflogen sei, hieß es.