China Kriegsrecht nach Unruhen verhängt


In der zentralchinesischen Provinz Henan ist nach gewaltsamen Ausschreitungen das Kriegsrecht verhängt worden. Über die genaue Anzahl der Opfer herrscht noch Unklarheit.

Die Unruhen in China häufen sich. Zwei Wochen nachdem es in der Metropole Chongqing zu Ausschreitungen gekommen war, kam es diesmal im Kreis Zhengmou in der zentralchinesischen Provinz Henan zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Angehörige der moslemischen Minderheit und Han-Chinesen mit Toten und Verletzten. Das berichteten Augenzeugen in dem betroffenen Ort Langchenggang. In der Provinz Henan ist daraufhin das Kriegsrecht verhängt worden. Mittlerweile habe sich die Lage allerdings normalisiert, hieß es. Bewaffnete Sicherheitskräfte kontrollierten die Lage.

Zahl der Opfer noch unklar

Über die Anzahl der Opfer herrscht noch Unklarheit. Lokale Quellen berichten von etwa 10 Toten und 30 Verletzten. Die Angaben der "New York Times" liegen dagegen bei über 148 Toten. Das Blatt hatte sich bei der Opferzahl auf eine Person berufen, die von der Polizei über die Zwischenfälle unterrichtet worden sei. Tausende Soldaten wurden mobilisiert.

Der neue Konflikt in Henan entzündete sich nach Schilderungen auch an einem lokalen Streit auf der Straße. Es habe eine Schlägerei zwischen Angehörigen der Hui-Minderheit und Han-Chinesen gegeben, die zu Straßenschlachten zwischen Dörfern eskaliert sei, berichtete ein Lehrer. Die Nachbardörfer Kaifeng und Nanren, wo insgesamt 7000 bis 8000 moslemische Hui wohnen, hätten sich in den letzten Tagen heftige Kämpfe mit den Bewohnern des vornehmlich von Han-Chinesen bewohnten Ort Langchenggang geliefert.

Wegen der Auseinandersetzung hätten die Kinder in der Mittelschule bleiben müssen. Lautsprecherwagen führen durch den Ort, und Funktionäre zögen von Haus zu Haus, um die beiden Volksgruppen zu beruhigen und ein Versöhnungsabkommen auszuhandeln, wurde berichtet. In China leben etwa 18 Millionen Moslems, von denen rund 9 Millionen der Hui-Minderheit angehören.

DPA/Reuters DPA Reuters

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