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"Asyl? Sicher nicht": Schweizer Politiker schockiert mit rassistischem Video

Im Netz kursiert derzeit ein Video, das eine neu vertonte Szene aus dem Film "300" zeigt. Ein schwarzer Mann wird darauf mit einer rassistischen Beschimpfung in eine Schlucht gestoßen. Auch der SVP-Politiker Christian Klambaur verbreitete es via Facebook. 

Eine Szene aus dem Fim "300" wird missbraucht, um rassistische Botschaften zu verbreiten

Eine Szene aus dem Fim "300" wird missbraucht, um rassistische Botschaften zu verbreiten

Der König von Sparta Leonidas stößt den Boten der Perser in eine Schlucht und brüllt seinen berühmten Ausspruch: "Das ist Sparta!" Diese Szene dürfte allen Fans des martialischen Schlachten-Epos "300" bekannt sein. Im Netzt kursieren zahlreiche Parodien und Memes dazu. Leider ist auch eine rassistische Variante dabei. In der neu vertonten Sequenz werden dem schwarzen persischen Boten die Worte "Ich bin aus Afrika hergekommen, ich brauche jetzt Asyl!" in den Mund gelegt. "Asyl? Aber sicher nicht in Bubikon!", ruft daraufhin der Spartiat mit einem starken Schweizer Dialekt und befördert den Mann mit einem Fußtritt und dem Wort "Scheiß-Neger" in den Abgrund.

Genau diese Variante hat der Schweizer Politiker Christian Klambaur auf seiner Facebook-Seite gepostet. Kurz nach der Veröffentlichung hagelte es in den Kommentaren Kritik gegen das Vorstandsmitglied der SVP in der kleinen Gemeinde Rüti im Kanton Zürich. Facebook-Benutzer bezeichneten das Video als "ekelhaft und widerwärtig". Klambaur selbst wurde als Hetzer und Rassist beschimpft. Auch Drohungen gingen an die Adresse des Lokalpolitikers ein.

"Wir müssen jetzt auch noch Schwarze reinlassen"

Mit der heftigen Kritik, die daraufhin folgte, hat der Vertreter der konservativen Schweizerischen Volkspartei offenbar nicht gerechnet. In einem Interview mit der Schweizer Zeitung "Blick" verteidigte er sein Posting. Inhaltlich stehe er voll und ganz hinter dem Video. "Ich finde das witzig, man darf doch auch mal über ein ernstes Thema ein Gschpässli machen", sagte er. "Die Schweiz wird nicht größer, und wir müssen jetzt auch noch Schwarze reinlassen."

Dennoch will er das Video nicht selbst gepostet haben. Er habe es von einem Kollegen per Whatsapp bekommen. Wie es anschließend bei Facebook gelandet ist, konnte Klambaur nicht erklären. "Ich komme mit diesem Facebook auch nicht recht draus", sagte er.

Die Originalszene aus dem Film "300".

SVP Rüti kritisiert Christian Klambauer 

Seine Partei distanzierte sich von Klambaur. "Ich werde ihn mir zur Brust nehmen, so etwas geht sicher nicht! Wir distanzieren uns als Partei von diesen Äußerungen", sagte Rolf Tremp, Präsident der SVP Rüti gegenüber "Blick".  Die Partei tritt nach eigenen Angaben für eine bürger- und dorfnahe Politik ein.

Laut Tremp sei seine Partei für eine kontrollierte Einwanderung, auch im Asylbereich, "aber diese Äußerungen sind zu radikal", sagte er dem Lokalblatt "Zürisot". Der Vorstand könne aber nicht kontrollieren, was Klambaur als Privatperson auf Social Media verbreite.

Tremp distanzierte sich zwar von der Aussage des Videos, aber nicht von Klambaur. "Die SVP ist eine demokratische Partei. Da gibt es verschiedene Meinungen. Er sieht vielleicht den radikaleren Weg", sagte er. Die Frage nach einem Ausschluss aus dem Vorstand stelle sich für ihn nicht, da er ohnehin im Februar zurücktreten wolle.

Inzwischen hat Klaumbaur das Video von seiner Facebook-Seite entfernt und sich dafür entschuldigt.

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ivi
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