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Wegen tierischer Freundschaft: Dänische Regierungschefin will Parlament informieren - und bekommt Lachanfall

Dass es in Parlamenten nicht immer ernst zugeht, zeigt uns Dänemark. In einer Parlamentssitzung will die Ministerpräsidentin über den Kauf von Zirkuselefanten sprechen – und bekommt einen Lachanfall. Und mit ihr das ganze Parlament.

Mette Frederiksen bekommt einen Lachanfall über die tierische Freundschaft.

Was machen ein Elefant und ein Kamel mit dem dänischen Parlament? Es zum Lachen bringen! Das passierte in einer dortigen Sitzung, die bereits am 3. Oktober stattfand. Auf der Tagesordnung standen gleich mehrere Themen, unter anderem auch der Kauf von Zirkuselefanten durch den dänischen Staat. Ende August gab die Regierung bekannt, man wolle vier pensionierte Elefanten für mehr als eine Millionen Euro erwerben, so der dänische öffentlich-rechtliche Sender DR.

Ziel war es, den Elefanten in ihren letzten Jahren eine bessere Zeit zu geben. "Wilde Tiere gehören weder in einen Stall noch in eine Manege", sagte der Minister Mogens Jensen. Alle politischen Parteien im Parlament standen hinter der Entscheidung.

Gute Laune im Parlament zu später Stunde

Darüber wollte die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen während ihrer Rede berichten und darüber Rechenschaft ablegen. Als sie an das Rednerpult trat, hatte das Parlament bereits mehr als dreizehn Stunden debattiert.

Doch trotz der späten Stunde war die Laune gut. Das merkte man auch Frederiksen an, die während ihrer Rede über die Zirkuselefanten einen Lachanfall bekam – und mit ihr gleich das ganze Parlament. Den Ausschnitt sehen Sie im Video.

Der Grund für Frederiksen Lacher war eine tierische Freundschaft. Sie musste nämlich erklären, warum man neben den Elefanten auch ein Kamel gekauft hatte: "Was wir nicht wussten, als wir den Kauf begonnen haben, – und darüber soll man nicht lachen – ist, dass Ramboline auch einen Freund hatte. Einen besten Freund. Ein Kamel. Das Kamel heißt Ali." Man hätte beim Kauf mitgeteilt, dass es falsch wäre, das tierische Paar zu trennen, so Frederiksen. Daraufhin musste sie so lachen, dass sie eine Pause einlegte. Mehrere Abgeordnete brachen ebenfalls in Gelächter aus.

Witze gegen die rechte Opposition

Man habe Ali daher mitgekauft. Gleichzeitig klärte Frederiksen aber darüber auf, dass es Ali nicht sehr gut gehe – und auch eigentlich nicht mehr so gut mit der Elefantendame Ramboline befreundet sei. "Das war also kein so guter Handel, den wir da gemacht haben", so Frederiksen.

Ihre tierische Rede nutze die Regierungschefin aber auch für ein paar humorvolle Spitzen gegen die rechten Oppositionsparteien. An die rechtspopulistische Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti) gerichtet sagt sie: "Also wenn die Dänische Volkspartei zu einem anderen Zeitpunkt gesagt hat 'Jetzt ist Ali dran', dann hatten sie Recht." Und zur ebenfalls rechten Partei der Neuen Bürgerlichen (Nye Borgerlige) sagte sie: " Ich hatte zwischendurch auch die Sorge, dass die Neue Bürgerliche der Vereinbarung nicht zustimmen würde, weil das Kamel Ali heißt, aber das habt ihr zum Glück nicht getan." Doch dort sah man diese Witze nicht so ernst und lachte gleich kräftig mit.

Für die vier Elefanten gibt es gute Nachrichten: Sie werden im Knuthenborg Safaripark unterkommen, wie DR berichtete. Falls es Ali gesundheitlich gut genug gehe, dass er auch in den Safaripark umziehen könne, würde er aber bei den anderen Kamelen leben - und nicht bei Ramboline. 

Quellen: Folketinget (Video), DR (1), DR (2), DR (3) TV2

rw