Dänemark Mohammed-Video empört Muslime

Nach neuen Mohammed-Karikaturen ist ein Video mit Verhöhnungen des Propheten aufgetaucht. Der dänische Ministerpräsident Rasmussen kritisierte das "geschmacklose Verhalten" der Zeichner.

Der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen hat sich am Sonntag scharf von einem Video mit Verhöhnungen des Propheten Mohammed distanziert. Rasmussen erklärte in Kopenhagen, bei der Aktion junger Mitglieder der rechtspopulistischen DVP handele es sich um das "nicht akzeptable und geschmacklose Verhalten einer Gruppe junger Menschen", von dem er "schärfstens" Abstand nehme.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad warnte unterdessen vor einer neuen Protestwelle in der islamischen Welt. "Jene, die geschwiegen haben zu den lächerlichen Beleidigungen gegen den großen Propheten des Islam, sollten wissen: Wenn die Wut der Muslime anschwillt wie ein wilder Ozean, dann wird sie garantiert außer Kontrolle geraten", sagte er am Sonntag bei einer Kabinettssitzung in Teheran. "Ungezogene Menschen ohne Werte stehen hinter diesen Beleidigungen", sagte er laut der Nachrichtenagentur Mehr weiter.

"Wettstreit", wer die besten Karikaturen zeichnet

Das dänische Fernsehen hatte am Freitag ein heimlich gefilmtes Video über einen "Wettstreit" der Jugendorganisation der Dänischen Volkspartei (DVP) gezeigt, bei dem es darum ging, wer den Propheten Mohammed in der "erniedrigendsten Weise" zeichnen könne. Dänemarks Ministerpräsident arbeitet mit der DVP parlamentarisch eng zusammen und ist von ihr als Mehrheitsbeschafferin abhängig. In dem Video, das aus dem August stammt, war Mohammed unter anderem als urinierendes Kamel und als volltrunkener Bombenleger dargestellt.

Vor einem Dreivierteljahr war es in islamischen Ländern zu teilweise gewaltsamen Protesten gegen die Veröffentlichung von zwölf Mohammed-Karikaturen in der größten dänischen Zeitung "Jyllands- Posten" gekommen. Viele Muslime empfanden diese Zeichnungen als Gotteslästerung.

Reuters Reuters

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