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Demonstrationen gegen Banken: In Rom brennen Gebäude und Autos

In Italien ist der Protest eskaliert: Bei den Demonstrationen gegen die weltweite Macht der Finanzindustrie kam es zu Ausschreitungen. Mehrere Autos und ein Ministerium brennen.

Bei Ausschreitungen am Rande der Proteste gegen die Macht der Finanzwelt in Rom sind laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa 70 Menschen verletzt worden. Drei von ihnen seien schwer verletzt, meldete Ansa aus der italienischen Hauptstadt. Dort waren am Samstag beim ersten weltweiten Aktiontag nach dem Vorbild der "Besetzt die Wall Street"-Bewegung aus den USA zehntausende Menschen auf die Straße gegangen.

Bereits am Nachmittag haben Demonstranten in Rom einen Anbau des Verteidigungsministeriums in Brand gesetzt. Die Polizei ging mit Wasserwerfern gegen die etwa hundert zum Teil vermummten Demonstranten vor. Aus dem Anbau des Ministeriums in der Via Labicana schlugen Flammen aus den Fenstern und aus dem Dach. Die Feuerwehr versuchte, den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Italienischen Medienberichten zufolge gingen in Rom bis zu 200.000 Menschen auf die Straße, um gegen die Macht der Banken zu demonstrieren. Schon kurz nach Beginn der Proteste wurden von einigen Teilnehmern Scheiben von Geschäften und Banken eingeschlagen. Später gingen auch mehrere Autos in Flammen auf. Demonstranten warfen Flaschen und Rauchbomben auf die Polizei und suchten dann immer wieder Schutz in der Masse der friedlichen Demonstranten. Laut Polizei wurden drei Menschen verletzt. Ein Mann sei von einer Flasche getroffen worden, als er versucht habe, gewalttätige Demonstranten zu stoppen, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Von den weltweiten Protesten nach dem Vorbild der US-Bewegung "Besetzt die Wall Street" waren die Demonstrationen in Rom die größten. "Es gibt nur eine Lösung: Revolution!", hieß es auf einem Plakat der Demonstranten, "Wir sind keine Guthaben in den Händen der Banker" auf einem anderen. Eine Gruppe trug einen aus Karton gefertigten Sarg mit dem Namen von Regierungschef Silvio Berlusconi darauf.

mai/AFP / AFP