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Demonstrationen in Serbien: Opposition droht mit "Blockade" Belgrads

Im serbischen Belgrad haben am Samstag Zehntausende Für Neuwahlen demonstriert. Aufgrund der Verarmung der Bevölkerung und einer sich weiter ausbreitenden Wirtschaftskrise verlangten Oppositionspolitiker Neuwahlen binnen zwei Monaten.

Zehntausende Anhänger der Opposition haben am Samstag in der serbischen Hauptstadt Belgrad für vorgezogene Parlamentswahlen demonstriert. Angesichts der Verarmung breiter Bevölkerungsschichten und der immer drastischeren Wirtschaftskrise müsse die Regierung "innerhalb von zwei Monaten" einen Neuwahltermin festlegen, verlangten führende Oppositionspolitiker. Sollte die Regierung diese Forderung nicht erfüllen, werde Belgrad mit Dauerdemonstrationen "blockiert".

"Wahlen jetzt!", "Aufwachen!", "Die Zeit ist abgelaufen" und "Game over", hieß es auf Transparenten. Die Polizei sprach von 55 000 Teilnehmern, die Veranstalter gaben mehr als 70 000 Demonstranten an.

Obwohl die Regierungskoalition unter Führung der DS-Partei von Staatschef Boris Tadic zerstritten ist, will sie erst zum regulären Termin in über einem Jahr ein neues Parlament wählen lassen. Die Regierungsparteien verlieren wegen der sozialen Not, die immer neue Streiks auslöst, in allen Umfragen drastisch an Zustimmung. Inzwischen liegt die Fortschrittspartei (SNS) von Oppositionsführer Tomislav Nikolic mit der DS von Tadic praktisch gleichauf. Nikolic war bisher ein extremer Nationalist, hatte jedoch einen Ideologiewechsel vollzogen und wird jetzt auch von den USA und der EU als politischer Partner akzeptiert.

DPA/mm / DPA