HOME

Desmond Tutu: "Friedenstruppen für Simbabwe"

Der Friedensnobelpreisträger und südafrikanische Vorkämpfer für Menschenrechte, Desmond Tutu, würde gerne das Mugabe-Regime in Simbabwe boykottiert sehen. Im neuen stern fordert er, Blauhelmsoldaten in das Land zu entsenden. Außerdem sollen die Nachbarstaaten ihre Grenzen schließen.

Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu fordert einen Boykott Simbabwes und den Einsatz von UN-Friedenstruppen zum Schutz der Bevölkerung. "Wenn der Sicherheitsrat das beschließen würde, würde nicht ein einzelnes Land Truppen nach Simbabwe senden, sondern quasi die ganze Welt", sagte der ehemalige Erzbischof von Kapstadt im stern-Interview. Es sei deshalb nicht zu befürchten, dass die Menschen in einer Blauhelm-Mission einen neuen Akt des Kolonialismus sähen.

Der 76-jährige Tutu, einer der Vorkämpfer für Menschenrechte in Südafrika, wertet es als Skandal, dass immer noch Waffen aus Südafrika nach Simbabe gelangen. "Als sich südafrikanische Gewerkschaften vor einigen Wochen weigerten, ein chinesisches Schiff voller Waffen zu entladen, hat man ja gesehen, dass es hier einen Ansatzpunkt gibt", sagte er im Gespräch mit dem stern. "Wenn die Nachbarländer beschließen würden, die Grenzen dichtzumachen, könnte das selbst ein Regime Mugabe nicht überleben." Die Nachbarländer sollten den Airlines zudem die Überflugrechte von und nach Simbabwe verweigern.

In der neuen Ausgabe des stern erklärt der Friedensnobelpreisträger, wie Robert Mugabe vom gefeierten Freiheitskämpfer zum Diktator werden konnte und weshalb er in einem entscheidenden Punkt eine Meinungsverschiedenheit mit dem schwarzen amerikanischen Präsidentschaftskandidaten Barack Obama hat.