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Detroit Was bedeutet es, wenn eine Stadt pleite ist?

Detroit ist pleite. Das einstige Zentrum der US-Autoindustrie meldete Insolvenz an. Doch welche Folgen hat das eigentlich für die Stadt und ihre Einwohner?
Von Daniel Regnery

Wenn eine Stadt ihr Schulden nicht mehr bezahlen kann, sobald sie fällig werden, ist sie pleite. Daraufhin erklärt sie sich auch offiziell für zahlungsunfähig – sie beantragt Insolvenz beim entsprechenden Gericht.

Wie eine Insolvenz abläuft, ist in vielen Ländern unterschiedlich geregelt. Klar ist aber: Eine offizielle Pleite ändert an der verzwickten Lage zunächst gar nicht mal so viel. Immerhin: In Amerika erhält eine Stadt dann Schutz nach Kapitel 9 des US-Insolvenzrechts – diese Variante ist vergleichbar mit einem Antrag nach Kapitel 11, den Unternehmen stellen und richtet sich speziell an Kommunen.

Die zuständigen Amtsträger haben so die Möglichkeit, die Schulden der Stadt neu zu strukturieren. Unter Aufsicht eines Richters verhandeln sie die Kredite neu, kündigen Verträge und reduzieren Pensionszahlungen. Die Gläubiger müssen einen gewissen Teil ihrer Schulden erlassen, für die Bürger ändert sich in der Regel aber nichts: Ihre Gehälter und Rechnungen werden weiter bezahlt.

Deutsche Städte können nicht pleite gehen

In Deutschland ist die Situation anders: Hier können Städte gar nicht erst pleite gehen. Stephan Articus, der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, erklärte der dpa, dass die Bundesländer "im Extremfall für die Kommunen einstehen müssen." Denn: Bund, Länder und Kommunen kümmern sich stets gemeinsam um die Schulden von Städten.

Daniel Regnery

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