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Stormy-Daniels-Skandal: Der Moment, als Fox-News-Mann Sean Hannity begreift, dass "sein" Präsident gelogen hat

Eigentlich wollte Fox-News-Mann Sean Hannity im Exklusiv-Interview mit Donald Trumps neuem Anwalt Rudy Giuliani Vorwürfe gegen den US-Präsidenten ausräumen. Doch dann stockt dem Moderator der Atem.


Es war nur ein kurzer Moment, doch er war entlarvend. Geradezu beiläufig ließ Rudy Giuliani, früherer Bürgermeister von New York und neuerdings Rechtsbeistand von Donald Trump, eine Bombe platzen. Ausgerechnet bei Sean Hannity auf Fox News bestätigte der Anwalt, dass Donald Trump jene 130.000 Dollar, die als Schweigegeld an "eine" Stormy Daniels geflossen seien, um eine Affäre aus dem Jahr 2006 zu vertuschen, vom US-Präsidenten zurückgezahlt wurden. Das Geld sei über eine Anwaltskanzlei geflossen "und der Präsident hat es zurückgezahlt", sagte Giuliani in der jüngsten "Hannity"-Ausgabe. Dann ein kurzer Moment der Stille. Dann: "Oh ... ich wusste nicht, dass er das getan hat", kam es vom Moderator.

Gut für Trump und für ihn selbst, dass Sean Hannity ein echter Profi ist. Nahtlos schaltete der beinharte Trump-Unterstützer um und lenkte das Gespräch auf die Frage, ob es sich um Wahlkampfgelder gehandelt habe, die zweckentfremdet worden seien. "Zero", beantwortete Giuliani die für den Präsidenten heikle Frage im Brustton der Überzeugung.

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Hannity wirklich enttäuscht von Donald Trump?

In den USA wird nun diskutiert, ob das Interview Teil einer Strategie sein könnte, der Stormy-Daniels-Affäre mittels einer Salamitaktik die Brisanz zu nehmen. Schließlich hatte Trump bisher stets alles abgestritten. Unklar ist auch, ob Hannity von Giulianis Äußerung tatsächlich überrascht wurde oder nicht - schließlich gehört es zur professionellen Vorbereitung großer TV-Interviews Vorgespräche zu führen. In jedem Fall wirkt die Szene, als ob einer der größten publizistischen Unterstützer von Donald Trump kurz seine tiefe Enttäuschung runterschlucken müsste, dass "sein" Präsident doch gelogen hat.

Als Indiz dafür, dass Hannity nicht geahnt hat, was da auf ihn zukommt, könnte der Twitter-Account des Fox-News-Anchorman dienen. Denn offensichtlich verschlug es dem Moderator nicht nur kurz die Sprache, sondern auch das Twittern. Jedenfalls endet ein Stakkato von Tweets mit Giuliani-Zitaten aus dem Interview (darunter: "Die Russland-Verbindung ist totale Fake News" und "Das ist der beste Präsident, an den ich mich erinnern kann") mit dem Hinweis: "MEHR Einblicke mit Bürgermeister Rudy Giuliani nach der Unterbrechung. Bleiben Sie bei uns!". Danach nichts mehr. Giulianis brisanteste Aussage kommt auf Hannitys Twitter-Account gar nicht vor.


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dho / dho