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US-Regierungspläne: Warum ein E-Zigaretten-Verbot die Wiederwahl von Trump gefährden könnte

Für viele Amerikaner sind E-Zigaretten ein Wahlgrund. Besser: Sollte das Vaping wie von der US-Regierung geplant, reguliert werden, wäre es für viele ein Grund, Donald Trump nicht mehr zu wählen. Ihre Anzahl könnte wahlentscheidend werden. 

Dürfen nicht mehr an Kinder und Jugendliche verkauft werden: E-Zigaretten und E-Shishas

Einige Liquids für E-Zigaretten und E-Shishas könnten in den USA bald verboten werden

Entscheiden E-Zigaretten die nächste US-Präsidentschaftswahl? Diese auf den ersten Blick nicht naheliegende Befürchtung haben laut der US-Seite "Axios" einige Konservative in den Vereinigten Staaten. Die Politiker beziehen sich dabei auf Zahlenmaterial, das einen einfachen Zusammenhang offenlegt: Menschen, die E-Zigaretten rauchen, im Englischen: vaping genannt (von Vaporizer), wählen eher Donald Trumps Republikaner als die oppositionellen Demokraten. Die US-Regierung prüft derzeit aber ein Verbot von aromatisierten Liquids – was Dampfer dazu bringen könnte, sich gegen Präsident Trump zu wenden.

Donald Trump braucht Raucher für Mehrheit

Konkret haben die Strategen der Regierungspartei die Zahl der E-Zigarretenraucher in den wahlentscheidenen US-Bundessstaaten (den sogenannten Battlegroundstates) angeschaut und sie mit dem letzten Wahlergebnis verglichen. Für Bundestaaten, in denen es 2016 besonders eng wurde, etwa Michigan, bedeutet das: 400.000 Dampfer stehen den 11.000 Menschen gegenüber, die Donald Trump den benötigten Vorsprung an Stimmen eingebracht haben. Umfragen zufolge hat der US-Präsident dort aktuell nicht einmal diese Mini-Mehrheit mehr.

Gefahren durch "Vaping": US-Regierung will E-Zigaretten weitgehend verbieten

Auch in anderen Bundesstaaten sieht das Verhältnis von Rauchern und potentiellen Trump-Wählern ähnlich bescheiden aus. In Wisconsin, wo Trump einen Vorsprung von 23.000 Stimmen hatte, gibt es 250.000 Dampfer, in Pennsylvania (44.000 Stimmen Vorsprung) leben etwa zehnmal so viele E-Zigaretten-Raucher und auch in konservativen Ecken wie Arizona beträgt das Verhältnis rund 3:1, also 300.000 Raucher zu 91.000 Stimmen Trump-Vorsprung.

Trump weicht seine Pläne wieder auf 

"Die Zahl der Leute, für die Vaping ein Wahlgrund ist, übersteigt bei weitem die Anzahl der Leute, die Trump 2020 gewinnen muss", sagte Paul Blair, von er US-Organisation "Americans for Tax Reform" zu "Axios". Mit anderen Worten: Wenn die Trump-Regierung wie geplant streng gegen E-Zigaretten vorgeht, könnte sie ihre Wiederwahl gefährden. Zuletzt hatten in den USA zahlreiche Todesfälle und Lungenerkrankung den Ruf der angeblich gesünderen E-Zigaretten deutlich zugesetzt. Die Zusätze, die unter Verdacht stehen die Krankheiten auszulösen, sind in Deutschland verboten.

Donald Trump distanziert sich deshalb schon wieder von seinem eigenen Vorhaben. Kurz nachdem die Pläne zu einem Verbot der Liquids öffentlich gemacht wurden, schrieb der US-Präsident, dass er E-Zigaretten als Alternative zu echten Zigaretten begrüße. Es wäre bereits das zweite Mal in den letzten Monaten, dass Trump auf den Druck seiner Wählerbasis reagiert und seine ursprünglichen Pläne aufweicht. Zuletzt war das der Fall, als er nach einer Massenschießerei die Prüfungen bei Waffenkäufen verschärfen wollte - ein Plan, der wieder vom Tisch ist.

Quellen: "Axios", RealClearPolitics, DPA, AFP

nik