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Nach Kritik an TV-Sender: "Herr Präsident, wir berichten fair und furchtlos": Fox-Moderator wehrt sich gegen Donald Trump

Zoff zwischen Donald Trump und Fox News: Nachdem der US-Präsident seinen Lieblingssender attackierte, weil er in dessen Umfragen schlecht dasteht, hat Moderator Bret Baier den Mann im Weißen Haus nun belehrt.

US-Präsident Donald Trump (l.) und Fox-News-Moderator Bret Baier

"Ich bin nicht glücklich mit Fox": US-Präsident Donald Trump (l.) und "Fox News"-Moderator Bret Baier

AFP / Picture Alliance

In der Beziehung von US-Präsident Donald Trump und seinem Haus- und Hofmedium Fox News kriselt es: Nachdem Trump sich in den letzten Wochen mehrfach über den Sender beklagt hatte, weil er in dessen Umfragen zur Präsidentschaftswahl im November 2020 regelmäßig hinter mehreren seiner demokratischen Rivalen zurückliegt, hat Moderator Bret Baier jetzt zurückgeschlagen.

Bret Baier klärt Donald Trump über Fox News auf

"Fox ist ganz anders als früher, das kann ich Ihnen sagen. [...] Fox hat sich verändert", hatte Trump den Sender am Sonntag im Gespräch mit Reportern kritisiert. "Und meine schlechtesten Umfragen kamen immer von Fox. Ich sagen Ihnen, bei Fox ist irgendetwas los. Und ich bin nicht glücklich damit."

"Fox hat sich nicht verändert", erwiderte Baier am Montagabend in seiner Sendung "Special Report". "Wir haben eine Nachrichtenseite und eine Meinungsseite. Die Meinungsleute äußern ihre Meinung. Wir machen Umfragen."

In der letzten Umfrage von Fox News hätten die demokratischen Kandidaten Kopf-an-Kopf gelegen, einige von ihnen vor Präsident Trump, erklärte Baier weiter. Die Ergebnisse bildeten genau die Resultate der Webseite "Real Clear Politics" ab, die regelmäßig einen Durchschnitt aller Umfragen ermittelt. "Diese Umfrage stimmt mit dem überein, was wir da draußen sehen", stellte der Moderator fest.

Die Zustimmungsraten für Trump im Direktvergleich mit seinen vier führenden demokratischen Konkurrenten laut der jüngsten "Fox News"-Umfrage:

Demokraten  

Trump

Joe Biden50%38%
Bernie Sanders48%39%
Elizabeth Warren46%39%
Kamala Harris45%39%


Schließlich wandte Baier sich direkt an Donald Trump: "Herr Präsident, wir haben Sie viele Male zu 'Special Report' eingeladen", sagte der Anchorman. "Wir würden uns freuen, wenn Sie wieder dabei wären."

Trump habe mit George Stephanopoulos vom Konkurrenzprogramm ABC News und Chuck Todd vom Sender NBC gesprochen, nun solle er doch auch Fox News wieder ein Interview geben. "Kommen Sie zurück", forderte Baier den Präsidenten auch im Namen seines Kollegen Chris Wallace, Moderator der Sendung "Fox News Sunday", auf und versprach: "Ich, Chris Wallace, die Nachrichtenseite berichten fair, ausgewogen und furchtlos darüber."

Mehrere prominente Demokraten beschuldigen US-Präsident Donald Trump, er ebne mit seiner Rhetorik den Weg für Hassverbrechen.

Ob Trump der Einladung folgen wird, ist unklar. Ganz zerschneiden will der Präsident das Tischtuch zwischen sich und dem konservativen Kanal aber offenbar nicht. "Ich bin nicht glücklich mit Fox", sagte der 73-Jährige zwar am Sonntag. Dann zählte er aber eine Reihe von Journalisten des Senders auf, die regelmäßig positiv über ihn berichten, betonte, dass er mit diesen "mit Sicherheit glücklich" sei, und schwärmte, als wäre Fox News tatsächlich ein Regierungssender: "Wir haben viele großartige Leute."

Quellen: "Fox News""Newsweek", "Washington Examiner", Huffington Post, CNN