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Kathleen Hartnett-White Donald Trumps Klimabeauftragte blamiert sich durch völliges Unwissen

Kathleen Hartnett White - Kandidatin von Donald Trump für Umwelt-Beirat des Weißen Hauses
Soll als Leugnerin des Klimawandels den Umwelt-Beirat des Weißen Hauses leiten: Kathleen Hartnett-White glänzt bei Ihrer Anhörung durch Unwissenheit.
© Picture Alliance
Fachwissen stört nur. Nach dieser Maxime will Donald Trump offenbar die Leitung des US-Umweltrates besetzen. Seine Kandidatin für den Chef-Posten offenbarte in ihrer Anhörung jedenfalls gewaltige Wissenslücken.

"Ich weiß gar nicht, wo ich bei ihr anfangen soll." Sheldon Whitehouse ist am Mittwochabend (Ortszeit) immer noch außer Fassung als er seinen Tweet absetzt. Er hat zuvor Kathleen Hartnett-White während ihrer Bestätigungsanhörung befragt. Sie ist Donald Trumps Kandidatin für die Leitung des Umwelt-Beirates des Weißen Hauses, dem "White House Council on Environmental Quality (CEQ)". Dass die Texanerin eine stramme Klimawandel-Skeptikerin ist, war dem demokratischen Senator aus dem US-Bundesstaat Rhode Island natürlich bekannt. Angesichts der Haltung Trumps zum Klimawandel war die Nominierung auch nicht weiter überraschend. Was Whitehouse aber offenbar doch erwartet hatte, war ein Mindestmaß an Fachwissen.

Doch selbst in diesem Punkt wurde der Senator enttäuscht. Ein kurzer Video-Ausschnitt aus der Anhörung Hartnett-Whites belegt das eindrucksvoll. Whitehouse, der in der Szene in einer Mischung aus Unglauben und Belustigung seinen Kopf aufstützt, stellt eine einfache Fachfrage, die für eine Chef-Beraterin des US-Präsidenten in Umwelt- und Klimafragen eigentlich kein Problem darstellen sollte. Ob sie wisse, in welchem Umfang die durch die Klimaerwärmung entstandene zusätzliche Hitze in der Atmosphäre durch die Ozeane aufgefangen werde, fragte er. Unter Fachleuten eigentlich allgemein bekannt ist, dass die Weltmeere ein riesiges Kühlsystem bilden, dass etwa 95 Prozent der zusätzlichen Hitze aufnimmt und die globale Erwärmung so erheblich abmildert - allerdings auf Kosten einer permanent steigenden Wassertemperatur, was nach und nach ebenfalls weitreichende Folgen für Tier- und Pflanzenwelt sowie das Klima haben wird. 

Hartnett-Whites Antwort ist frappierend: "Ich habe solche Zahlen nicht. Ich habe darüber gelesen."

Whitehouse senkt den Anspruch: "Wissen Sie denn, ob es mehr als 50 Prozent ist, oder weniger als 50 Prozent?"

Hartnett-White scheint dennoch überfordert: "Entschuldigen Sie, könnten Sie die Frage noch einmal stellen?"

Whitehouse bleibt geduldig: "Von der zusätzlichen Hitze, die durch die Freisetzung von Treibhausgasen in der Atmosphäre eingefangen wird, wird wie viel von den Ozeanen absorbiert? Mehr oder weniger als 50 Prozent - wissen Sie wenigstens das?"

Hartnett-White: "Nein ... Aber ich glaube, dass es da unterschiedliche Ansichten gibt, so dass es da nicht die eine richtige Antwort gibt."

Trumps Klima-Beraterin verstrickt sich

Whitehouse ist erstaunt: "Wirklich?!" Und leicht lächelnd fährt er fort: "Sie glauben, dass es tatsächlich verschiedene seriöse Ansichten darüber gibt, dass es unter 50 Prozent ist." Was Whitehouse belustigt ist, dass bei einer solch niedrigen Absorbtionsrate der Klimawandel wohl längst so drastisch wäre, dass selbst eine Klimawandel-Skeptikerin ihn deutlich zu spüren bekäme.

Hartnett-White: "Wenn ich mich nicht irre - ja."

Whitehouse hakt wieder nach: "Sie glauben also, dass es seriöse wissenschaftliche Meinungen gibt, dass es unter 50 Prozent ist."

Hartnett-White: "(nach langem Schweigen) Ja."

Whitehouse erstaunt: "Ok. Wow!" Das Erstaunliche für den Senator ist nicht nur die abwegige Ansicht: Die Klima-Skeptikerin hat mit ihrer Äußerung zumindest anerkannt, dass es wissenschaftliche Erkenntnisse gibt, was für Hartnett-White alles andere als selbstverständlich ist. 

Als der Demokrat aus Rhode Island wissen will, ob sie glaube, dass sich das Meer ausdehne wenn es sich erwärmt (und das tut es ja, da es einen großen Teil der zusätzlichen Hitze absorbiert) und ob das Gesetz der thermischen Ausdehnung für Meerwasser gelte, wird es Hartnett-White spürbar zu viel. Sie habe keinerlei Expertise oder verfüge über Studien zu den Prozessen in den Ozeanen oder zum Klimawandel, zieht sie sich zurück. "Aber sie wissen genug, um zu sagen, dass es keine eindeutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber gibt, wie viel der zusätzlichen Hitze von den Ozeanen aufgenommen wird", stellt Whitehouse fest. Schweigen. "Das wissen Sie, nicht wahr?! Das haben Sie jedenfalls gesagt." Hartnett-White schweigt.

Kathleen Hartnett-White: Expertin ohne Expertise

Erstaunlich genug: Kathleen Hartnett-White hält es offenbar für vernünftig, den Umwelt-Beirat des Weißen Hauses leiten zu wollen, ohne über Kenntnis des Forschungsstandes zum Klimawandel oder die Gesetze des Klimasystems zu verfügen. "Sie lehnt jede Grundlagenforschung grundsätzlich ab", urteilt Whitehouse fassunglos.

Dafür ist die Texanerin allerdings längst bekannt. Kohlendioxid - also das Gas, das wir ausatmen - schadet der menschlichen Gesundheit nicht, sagte sie der "Washington Post". Und das vermehrte Freisetzen von CO2 sei auch nicht (Mit-)Ursache der Erderwärmung, sondern ein Symptom, schrieb sie in der Zeitung "myStatesman". Ansichten einer vom US-Präsidenten vorgeschlagenen Umwelt-Beraterin, die in ihrer Bestätigungsanhörung ausführt, dass sie "über keinerlei Expertise (...) zum Klimawandel" verfügt.

dho / dho

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