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Tyler Linfesty : Wie der Junge im karierten Hemd Donald Trump die Show stahl

Tyler Linfesty hat gerade seine berühmten 15 Minuten Ruhm. Er ist ein kleiner Star auf Twitter mit dem Hashtag: #plaidshirtguy. Er ist jetzt der Junge mit dem karierten Hemd, der kurz die Kreise Donald Trumps störte.

Donald Trump mit Karohemd-Typ

Auf feiern sie ihren Helden: "Tyler, ich wollte nur Bravo sagen, mein Freund! (…) Aber Deine 'stillen" Aktionen# haben lauter gesprochen und ein größeres Publikum erreicht als jedes Megaphon.“ Der Nachrichtensender CNN sieht gar die Hoffnung, "dass seine Stimme und die aller anderen in der kommenden Wahl Gewicht" haben. Sie seien diejenigen, die "sich weigern, eine zukünftige Nation zu akzeptieren, wo die politischen Führer gefeiert werden müssen - auch wenn sie lügen - oder man Konsequenzen zu befürchten hat."

Der Junge im karierten Hemd wurde von der "New York Times" interviewt und in den berühmten Late Night Shows gezeigt. Er ist plötzlich ein Lichtblick für viele -Gegner. Und das nur, weil er, Tyler Linfesty, 17 Jahre, Abiturient an der High School in Billings West im US-Bundesstaat Montana, in einigen politischen Fragen anderer Meinung ist als sein Präsident und das in bemerkenswerter Form zum Ausdruck bringen kann: Er hebt einfach seine linke Augenbraue. That’s it.

Tyler Linfesty erhielt ein V.I.P.-Ticket

Was ist passiert? Ende voriger Woche war Donald Trump zu einer Wahlkampfveranstaltung in angekündigt. Die Chance, den Präsidenten einmal live zu erleben, wollte sich Linfesty nicht entgehen lassen. Er rief bei der Trump-Kampagne an und fragte nach Tickets. Am Morgen der Veranstaltung erhielt er eine Mail. Darin wurde ihm mitgeteilt, dass er ein VIP-Ticket bekomme, also eine Einlasskarte mit allem Pipapo: kurzes Treffen mit dem Präsidenten, gemeinsames Foto, exklusiver Stehplatz. Er wusste nicht, warum gerade er dafür ausgewählt worden war, aber es war ihm egal. Nichts wie hin zum Präsidenten. Kurz vor Beginn wurden Linfesty und all die anderen Besucher von Mitarbeitern der Trump-Kampagne angewiesen, sie sollten während der Rede des Präsidenten bitte schön klatschen und jubeln und enthusiastisch sein.

Als Trump dann auf die Bühne kam, an sein Rednerpult trat und seine standardmäßige Ich-bin-der-Größte-und-alle-anderen-sind-Idioten-Rede hielt, stand Linfesty ganz in seiner Nähe, in der dritten Reihe, dicht hinter ihm. In der Live-Übertragung war stets Trump in Nahaufnahme zu sehen - und gleich links neben dem Kopf des Präsidenten sehr auffällig Tyler Linfesty. Als Trump erzählte, dass die USA unter seiner Führung überall Gewinner seien und Terroristen zur Hölle schicken würden, konnte sich der Junge im karierten Hemd ein Lachen nicht verkneifen. Als Trump behauptete, die Demokratische Partei sei von linken Hassern gekapert worden zusammen mit deren Verbündeten von den Fake-News-Medien, riss der Junge im karierten Hemd erst die Augen auf und zog dann gekonnt seine linke Augenbraue nach oben. Als Trump erklärte, wie er die Wahlen gewonnen habe, dass er einfach in "drei, vier Bundesstaaten" gefahren sei, "dann bumm, bumm, bumm, und schon hast du gewonnen", sagte der Junge im karierten Hemd zu der jungen Frau neben sich kopfschüttelnd: "What??"

Wie ein Duell zwischen Donald Trump und Tyler Linfesty

Am Fernsehbildschirm sah es aus wie ein Duell: Der Präsident der Vereinigten Staaten gegen den Jungen im karierten Hemd. Tyler Linfesty klatschte nicht und jubelte nicht und war nicht enthusiastisch. Er hatte eine eigene Meinung. 

Noch während der Wahlkampfveranstaltung wurde Linfesty für seine originelle Form des Widerspruchs auf Twitter gefeiert. Jetzt ging die Post ab.

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Mitarbeitern der Trump-Kampagne war der Junge im karierten Hemd offenbar auch aufgefallen. Er hatte sich zwischenzeitlich auch noch einen Sticker mit einer roten Rose ans Hemd geklebt, ein Abzeichen der Demokratischen Sozialisten, der Anhänger des Linken Bernie Sanders. Plötzlich lief eine junge Frau durch die dritte Reihe, flüsterte Tyler Linfesty etwas ins Ohr, schob ihn, während der Präsident weiterredete, beiseite und nahm seinen Platz ein. Jetzt stand dort, direkt hinter Trump, jemand, der klatschte und jubelte und enthusiastisch war.

CNN: Es ist wie in Nordkorea

In den Tagen danach erzählte Linfesty den Medien seine Geschichte. Er sagte, dass er nicht protestieren wollte, sondern während Trumps Rede nur spontan und ehrlich auf das reagierte habe, was der Präsident gesagt habe. Dass die Frau, die seinen Platz einnahm, ihm ins Ohr geflüstert habe: "Ich ersetze dich." Dass ihn, als er von der Bühne runter musste, eine Trump-Mitarbeiterin in einen Raum geführt habe, wo Leute vom Secret Service auf ihn warteten. Sie hätten seine Identität geprüft und ihm dann freundlich, aber bestimmt gesagt: §Bitte gehen Sie und kommen Sie nicht wieder."

"Dass ein US-Bürger aus einer Wahlkampfveranstaltung mit dem Präsidenten geschmissen wird, weil er nicht enthusiastisch genug jubelt und dann auch noch vom Secret Service verhört wird, sollte uns alle alarmieren“, empört sich . "Es erinnert eher an Schurkenstaaten wie Nordkorea." 

Tyler Linfesty genießt seine 15 Minuten Ruhm  ein bisschen. Er hat das Foto auf seinem Twitter-Account ausgetauscht. Darauf ist jetzt Donald Trump zu sehen. Links hinter ihm der Junge im karierten Hemd. Mit hochgezogener linker Augenbraue.

tis