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17-minütige Hass-Tirade Donald Trump kapert Pressekonferenz mit finnischem Präsidenten - So bewerten die Nordländer den Wutausbruch

Donald Trump
Wutausbruch im Weißen Haus:


Eine Pressekonferenz von Donald Trump und dem finnischen Präsidenten Sauli Niinistö artete zu einer Hass-Tirade aus.


Vor laufenden Kameras verliert der US-Präsident die Fassung und liefert eine 17-minütige Wutrede.


Unter dem Hashtag #TrumpMeltdown kommentieren zahlreiche Twitter-Nutzer den Vorfall:


"Und dieser Kerl ist für die nuklearen Abschusscodes verantwortlich."


"Wenn ich einen Sandwich-Laden hätte, würde ich das 'Trump Meltdown' zur Speisekarte hinzufügen."


"Niemand war so zum Aufbruch bereit wie der finnische Präsident während des #TrumpMeltdown."


"Hey Leute! Der finnische Präsident und der fast erledigte Präsident."


"Erinnert ihr euch daran, dass ihr ihn gewählt habt, weil Hillary ‚zu emotional‘ wäre?"


"Ich hätte erwartet, dass der finnische Präsident sofort zurücktritt, nur um sich der Situation zu entziehen."
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Bei einer Pressekonferenz mit dem finnischen Präsidenten leistete sich Donald Trump einen fulminanten Wutausbruch. 17 Minuten lang schimpfte und grölte er, während sein Amtskollege gute Miene zum bösen Spiel machte. Für die Finnen ein denkwürdiges Spektakel. 

Am Mittwoch empfing Donald Trump den finnischen Präsidenten Sauli Niinistö im Weißen Haus. Doch die gemeinsame Pressekonferenz artete zu einem obskuren Wutausbruch Trumps aus. 17 Minuten dauerte die Hass-Tirade, bei der der US-Präsident Gift und Galle spuckte. 

Unter den Journalisten befanden sich auch einige Vertreter finnischer Medien, die überrumpelt dem Theater zusehen mussten. Ihren Lesern zu Hause beschrieben sie die Pressekonferenz anschließend als "Zirkus" und bescheinigten dem Weißen Haus, in einer "parallelen Realität" zu existieren. Den eigenen Präsidenten aber feiert die finnische Presse. 

Die Zeitung "Hufvudstadsbladet" fasste das Treffen so zusammen: "Niinistös Besuch wurde vom Zirkus Trump überschattet. Der finnische Präsident musste Trump bitten, die Demokratie in den USA zu bewahren." 

Sauli Niinistö bewahrt Würde 

"Wenn Donald Trump weniger schreien würde, würden die Reporter ihn vielleicht besser verstehen", kommentierte die einflussreiche Zeitung "Helsingin Sanomat" und verwies damit auf die von Trump häufig geäußerte Kritik, Medien würden ihn falsch zitieren. Die größte finnische Boulevardzeitung "Ilta-Sanomat" fand den Auftritt Trumps einfach nur "verwirrend", lobte aber den finnischen Präsidenten: "Obwohl Niinistö sich neben Trump in einer peinlichen Situation befand, überstand er die Tortur gut", schrieb das Blatt. "Inmitten einer gigantischen politischen Krise habe der Präsident des kleinen Finnlands seine Würde bewahrt", kommentierte der Journalist Jouko Juonala.

Andere finnische Zeitungen lobten den finnischen Präsidenten in ähnlicher Weise. Er habe seine "Rolle des Zuschauers mit Würde" erfüllt, schrieb "Helsingin Sanomat". Ein Experte für Körpersprache, der die turbulente Pressekonferenz für die "Ilta-Sanomat" analysierte, nannte Niinisto "im Vergleich zu Trump entspannt".

Finnlands Präsident Sauli Niinistö bei der Pressekonferenz mit Donald Trump 
Finnlands Präsident Sauli Niinistö bei der Pressekonferenz mit Donald Trump 
© Heikki Saukkomaa / Picture Alliance

Ein Augenblick der denkwürdigen Veranstaltung ist den Finnen besonders ans Herz gewachsen: In einer übergreifenden Geste klopft Trump seinem Amtskollegen auf das Knie. Niinistö kann sich offensichtlich nur schwer im Zaum halten und gibt Trump deutlich zu verstehen, dass der ihn nicht anfassen soll. Die Szene ist längst zum Meme geworden – nicht nur in Finnland. 

Trump entgeht aber wie immer die Abneigung seines Gegenübers. "Ich möchte abschließend nur sagen, dass es eine Ehre ist, mit dem finnischen Präsidenten zusammen zu sein", sagte Trump am Ende der Pressekonferenz. "Er hat fantastische Arbeit geleistet. Drüben in Finnland ist er sehr beliebt." Vielleicht insbesondere nach diesem Mittwoch. 

ivi

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