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1200-Dollar-Spritze Donald Trump lässt seinen Namen auf jeden der fast 100 Millionen Corona-Hilfsschecks drucken

Donald Trump und seine Unterschrift
Donald Trumps sehr markante Unterschrift  hat auf Millionen von Corona-Hilfsschecks keinen Platz. Stattdessen wird dort "Präsident Donald J. Trump" zu lesen sein.
© SMG / Picture Alliance
Der US-Präsident ist weder befugt, Schecks der Steuerbehörde zu unterzeichnen, noch gibt es auf ihnen Platz für eine solche Unterschrift – doch das schert Donald Trump nicht.

Donald Trump wird erneut seinem Ruf treu, sich über alle Konventionen zu erheben. Anfang Mai beginnt das US-Steuerbehörde IRS damit, die jüngst beschlossen Finanzhilfen an die Menschen auszuzahlen. Konkret bedeutet das: Alle US-Bürger mit einem Jahresgehalt unter 75.000 Dollar bekommen einen Scheck über 1200 Dollar zugeschickt. Neu ist dabei nicht, dass die IRS auf diese Weise Geld unters Volk bringt, neu aber ist, dass auf der Zahlungsanweisung der Name des US-Präsidenten vermerkt sein wird: Donald Trump.

Donald Trump darf diese Schecks nicht unterschreiben

Das Staatsoberhaupt aber ist weder befugt, solche Schecks auszustellen, noch gibt es auf ihnen Platz für eine "Absender"-Unterschrift – deshalb wird "Präsident Donald J. Trump" nun in die Notizzeile hineingedruckt, wie die "Washington Post" berichtet. Bedenken, dass sich die geplante Aussendung wegen dieses Sonderwunsches aus dem Weißen Hauses verspäten könne, teilt die Finanzbehörde nicht. "Die Zahlungen werden pünktlich und wie geplant durchgeführt, es gibt keine Verzögerung", zitiert das Blatt einen Ministeriumssprecher.

Der Grund für diese PR-Maßnahme liegt auf der Hand: Der wegen seines Umgangs mit der Corona-Krise in der Kritik stehende US-Präsident will die Finanzhilfen mit seinen Namen verknüpfen. "Ein halbes Jahr vor der Präsidentschaftswahl und mit einem coronabedingt pausierendem Wahlkampf, bieten ihm die Schecks die Möglichkeit, direkt mit Wählern in Kontakt zu treten", so die "Washington Post". Schon vor einigen Tagen hatte Trump auf Gerüchte reagiert, nach denen er geplant haben soll, die Schecks auch offiziell signieren zu können. Darauf angesprochen sagte er: "Es gibt Millionen von Schecks. Werde ich sie unterschreiben? Nein. Es ist eine Trump-Verwaltungsinitiative."

Jede Woche fünf Millionen Schecks

Die Steuerbehörde plant, vom 4. Mai an jede Woche fünf Millionen Geldanweisungen zu verschicken. Personen mit dem niedrigsten Einkommen, werden dabei zuerst bedacht. Bei rund 100 Millionen Empfängern wird es 20 Wochen dauern, bis alle ihr Geld bekommen haben. Im August sollten die Corona-Hilfen dann ausgezahlt sein. Finanzspritzen in Höhe von 500 Milliarden Dollar sind zudem für in Not geratene Konzerne vorgesehen, 350 Milliarden gibt es für kleine und mittlere Unternehmen. Auch Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen bekommen zusätzliche Unterstützung.

Quellen: "Washington Post" (Bezahlinhalt), AFP, CNN

nik

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