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New Yorker Theater Donald Trump stirbt als Tyrann auf der Bühne - Wirbel um Shakespeare-Stück

Donald Trump grüßt in die Ferne über eine Autodach hinweg
"Heil dir, Cäsar Imperator"? US-Präsident Donald Trump in blauem Anzug und roter Krawatte - genauso kleidet das New Yorker Public Theater in einer Shakespeare-Inszenierung den römischen Imperator Julius Cäsar ein...
© Morry Gash/AP
In der viel diskutierten Kabinettssitzung hat sich Donald Trump wie ein Diktator inszeniert. Effektvoller hat das ein US-Theater in einer Shakespeare-Aufführung getan. In dem Stück wird Cäsar ermordet und nun haben die Theatermacher ein Problem.

Cäsarenhaft. Das war das Wort, das vielen Kommentatoren einfiel, nachdem sie die verstörende Sitzung des Kabinetts von US-Präsident Donald Trump beobachtet hatten. Wie ein Diktator ließ sich Trump vor laufenden Kameras von seinen Ministern huldigen.

Die Verbindung zwischen dem römischen Imperator Julius Cäsar und Donald Trump hat ein New Yorker Theater schon seit einiger Zeit gesehen. In der alles andere als klassischen Inszenierung der nach dem römischen Feldherren benannten Shakespeare-Tragödie des "Public Theater" sieht Cäsar dem US-Präsidenten doch recht ähnlich. Statt Lorbeerkranz oder Tunika trägt dieser Imperator eine rote Krawatte, einen Anzug und eine ähnlich blonde Haartracht wie der US-Präsident. Seine Frau weist - in Anlehnung an Trumps Gemahlin Melania - einen osteuropäischen Akzent auf. Mehr als all das aber sorgt der Inhalt für Wirbel: Julius Cäsar fällt im Laufe der Handlung bekanntlich einem Attentat zum Opfer. Ein Mordanschlag auf eine Trump-artige Figur - das schlägt in diesen Tagen hohe Wellen.

Theatermacher sehen Analogie zu Trump

Das Theater bekam das prompt zu spüren: Die Fluglinie Delta Airlines und die Bank of America zogen sich als Sponsoren zurück und stellten ihre finanzielle Unterstützung für das Stück ein. Die Inszenierung habe die Grenzen des guten Geschmacks überschritten, twitterte Delta Airlines. Auch Trumps Sohn Donald Trump Jr. hat sich in die Debatte eingeschaltet und warf auf Twitter die Frage auf, wie viel dieser "Kunst" wohl mit Steuergeldern bezahlt werde.

Das Public Theater äußerte Verständnis für den Rückzug der Sponsoren. Man erkenne an, dass die Aufführung hitzige Diskussionen ausgelöst habe, doch genau das sei das Ziel "unseres staatsbürgerlich-engagierten Theaters", hieß es in einer Erklärung. Zugleich betonte es, mit dem Stück zu zeigen, dass diejenigen, die die Demokratie mit undemokratischen Mitteln zu verteidigen versuchen, einen hohen Preis zahlen und zerstören, was sie eigentlich retten wollen. "Seit mehr als 400 Jahren erzählt Shakespeares Stück diese Geschichte, und wir sind stolz, diese im Central Park erneut aufzuführen", so das "Public Theater".

Donald Trump hat sich bisher nicht geäußert

Das Haus führt das Stück im Rahmen der renommierten "Shakespeare in the Park"-Reihe im New Yorker Central Park auf. Der Andrang des Publikums ist groß; zur Eröffnung saßen auch bekannte Schauspieler wie Alec Baldwin oder F. Murray Abraham (u.a. "Homeland") im Publikum. Von Donald Trump selbst ist bisher keine Äußerung zu dem Stück bekannt.

dho / dho mit DPA DPA

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