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100-Tage-Bilanz Trump vermisst sein altes Leben: "Dachte, es wäre leichter"

Die ersten 100 Tage von Donald Trumps Präsidentschaft sind vorbei. 
Seit Franklin Roosevelt gilt dieser Zeitraum als ein erster Maßstab für die Arbeit des US-Präsidenten. Für Trump selbst steht fest: er war sehr erfolgreich.
Doch was hat Trump in dieser Zeit wirklich geschafft? 
So steht es um seine fünf größten Versprechen:
 
1. Obamacare ersetzen
Trumps republikanische Partei konnte sich nicht auf einen gemeinsamen Entwurf zur Reform der Krankenversicherung einigen. Der Grund: Dem konservativen Flügel ging die Reform nicht weit genug. Trump war nicht in der Lage, den parteiinternen Streit zu schlichten. Letztendlich musste Sprecher Paul Ryan den Entwurf zurückziehen.
 
2. Das beste Personal aufstellen
Trumps größter Erfolg: die Ernennung des Richters Neil Gorsuch für den Obersten Gerichtshof. Die dortigen Richter sind lebenslang im Amt. Gorsuch wird also auch nach Trumps Amtszeit noch Einfluss haben.
An anderer Stelle plagen den Präsidenten allerdings unzählige offene Personalentscheidungen. Von 556 zentralen Positionen, die vom Senat bestätigt werden müssen, sind lediglich 24 besetzt. Für 36 weitere Stellen gibt es zumindest Nominierungen.
 
3. Das Einreiseverbot
Als eines der ersten Vorhaben setzte Trump ein Einreiseverbot für Besucher aus „Terror-affinen“ Staaten um. Doch das umstrittene Dekret und auch alle überarbeiteten Versionen scheiterten jedes Mal vor Gericht. 
 
4. Die Steuerreform
Seit 1986 gab es in den USA keine große Steuerreform mehr. Trump hat im Wahlkampf vor allem der Mittelklasse weniger Steuer versprochen. Kurz vor Ablauf der ersten 100 Tagen hat er noch schnell einen ersten Reformentwurf vorgelegt. Die übereinstimmende Meinung von Experten: Die Reform hilft lediglich den Vermögenden - und lässt das Staatsdefizit steigen.
 
5. Die Mauer zu Mexiko
Bei Donald Trumps Lieblingsthema hat sich nicht viel getan. Ob die Mauer jemals kommt, ist ungewiss. Auch wenn Trump das natürlich anders sieht. Weder die Kosten, noch die Finanzierung sind festgelegt. Und auch die Bereitschaft der Republikaner zu dem Projekt steht noch in Frage.
 
Viel versprochen – wenig erreicht. Die mäßige Bilanz der ersten 100 Tage Donald Trumps zeigt sich auch in den Umfragewerten. Die Zustimmung der Bevölkerung liegt bei lediglich 39 Prozent – der schlechteste Wert aller Zeiten. Barack Obama kam zum gleichen Zeitpunkt auf 61 Prozent. Selbst George W. Bush konnte 55 Prozent Zustimmung vorweisen.
 
Es wartet noch viel Arbeit auf Donald Trump.
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Donald Trump ist hundert Tage im Amt. In einem Interview gesteht der US-Präsident, dass er sich alles viel leichter vorgestellt habe. Zudem vermisse er sein altes Leben.

Donald Trump ist hundert Tage US-Präsident. Seine Präsidentschaft ist bislang wenig erfolgreich, die Liste der Fehlschläge lang. In der Innenpolitik hat der Milliardär von den vollmundigen Versprechen aus dem Wahlkampf bislang kaum etwas umgesetzt oder ist vorläufig gescheitert. Außenpolitisch hat er zahlreiche Positionen geräumt und seine Politik angepasst.

Viele Kritiker hatten vor der Amtseinführung die Befürchtung geäußert, dass Trump mit dem Amt des US-Präsidenten schlicht überfordert wäre. Und sie scheinen Recht gehabt zu haben. Die Berichte vom Chaos im Weißen Haus begleiteten die ersten drei Monate seiner Amtszeit kontinuierlich. Sogar Trump selbst hat jetzt eingeräumt, dass sein neues Leben im Weißen Haus "viel mehr Arbeit" bedeute und er gedacht habe, dass "es viel leichter" wäre.

Donald Trump: Freiheit ist extrem eingeschränkt

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters gesteht Trump, dass er "sein früheres Leben" vermisse: "Ich habe mein früheres Leben geliebt. Ich hatte so viele Dinge am Laufen. Jetzt habe ich viel mehr Arbeit als früher. Ich dachte, es wäre leichter," sagte Trump.

Als besonders belastend empfindet der US-Präsident die eingeschränkte Freiheit und die kaum vorhandene Privatsphäre als mächtigster Mann der Welt. Wie zahlreiche ehemalige Amtsinhaber zuvor klagt er darüber, dass sich nicht mehr ohne Leibwächter und lückenlose Überwachung durch den Secret Service bewegen könne.

Trump vermisst das Autofahren

"In meinem alten Leben hatte ich ebenfalls wenig Privatsphäre, weil ich ja schon lange berühmt war. Aber jetzt habe ich noch viel weniger Privatsphäre als je zuvor. Das ist wirklich erstaunlich. Du lebst in deinem eigenen Kokon, weil du so massiv beschützt wirst, dass man nirgends mehr hingehen kann."

Und er vermisse es schmerzlich, dass er sich nicht selbst hinters Lenkrad setzen kann: "Ich mag Autofahren. Ich kann jetzt nie wieder Autofahren."


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