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Regierungssprecher Spicer: Donald Trump und der Bademantel-"Skandal"

Seit Donald Trump im Amt ist, läuft es im Weißen Haus "ein bisschen schlampig. Es gibt Konflikte". Das sagt Ari Fleischer, Pressesprecher von Ex-Präsident George W. Bush. Er tut dies in der "New York Times". Das ärgert Trump-Sprecher Sean Spicer weniger als die Sache mit dem Bademantel.

Ein Bademantel mit der Aufschrift Trump hängt im Badezimmer eines Zimmers in einem Hotel von Donald Trump

Bademantel in einem Zimmer des Trump Ocean Club International in Panama City, einem der Luxushotels im Besitz von Donald Trump

Der Sprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, hat es in den ersten Tagen der neuen US-Regierung schon zu einiger Berühmtheit gebracht. Das gipfelte in der fulminanten Parodie von Melissa McCarthy in der TV-Show "Saturday Night Live". Nun will der Pressesprecher, der offensichtlich nicht mit der Presse zusammenarbeiten will, einen neuen schlagenden Beweis für die angeblichen Lügengeschichten der Medien über Präsident Donald Trump gefunden haben: Einen - oder besser - keinen Bademantel!

Vor Journalisten verriss Spicer einen Artikel der "New York Times" über die ersten Tage des Präsidenten im Weißen Haus als realitätsfern. Was Spicer vor allem bemängelte: Trump trage, anders als berichtet, abends keinen Bademantel.

Donald Trump macht um 18.30 Uhr Feierabend

Was war geschehen? In einem Artikel mit dem Titel "Trump und sein Team überdenken nach holperigem Beginn ihre Strategie" hatte die "New York Times" über die ersten beiden Wochen des neuen Präsidenten berichtet und dabei politische Analysen mit einer Beschreibung des Alltags im Weißen Haus vermengt. Unter anderem schreibt das Blatt, dass sich Trump meist gegen 18.30 Uhr in seine Privatgemächer zurückzieht - ohne Familie, da seine Frau Melania und ihr gemeinsamer Sohn Barron in New York geblieben seien. "Wenn er nicht im Bademantel fernsieht oder mit alten Wahlkampfhelfern telefoniert, bricht er manchmal zur Erkundung ungewohnter Ecken in seinem neuen Heim auf", heißt es in dem Artikel.

Spicer zeigte sich am Montag erbost über den Artikel: "Diese Geschichte war so voller Ungenauigkeiten und Lügen, dass sie sich beim Präsidenten für sie entschuldigen müssten", sagte er Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine auf dem Rückweg aus Florida, wo Trump in privatem Besitz das Wochenende verbracht hatte. Als Beweis für die "eklatanten Fehler bei den Fakten" führte Trumps Sprecher an: "Ich glaube nicht, dass der Präsident einen Bademantel besitzt; ganz bestimmt trägt er keinen". Dies zeige, dass der Artikel das Geschehen im Weißen Haus nicht korrekt wiedergebe.

Chaos im Weißen Haus

Weniger störte Spicer offenbar, dass es in dem Artikel vor allem darum geht, dass die Arbeit im Weißen Haus seit dem Einzug der Trump-Administration im Chaos versinke. "Ich glaube, dass ihnen der Überblick fehlt", wird beispielsweise Chris Ruddy zitiert, Chef von Newsmax Media und alter Trump-Freund. Die Administration sei so in Aufruhr, dass das Chaos nicht verborgen bleibe. "Die Demokraten lecken Blut, die Demonstranten, die Medien lecken Blut", so Ruddy.

Im Netz wurde vor allem Spicers Satz, Trump besitze wohl gar keinen Bademantel, aufgegriffen. Das Gegenteil war leicht zu belegen:


dho mit / AFP