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Treffen mit Kim in Hanoi: Donald Trump zum vorzeitig beendeten US-Nordkorea-Gipfel: "Manchmal ist es Zeit zu gehen"

Donald Trump war lange optimistisch, dass es einen Deal zwischen ihm und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un geben werde. Doch dann beendeten sie ihren Gipfel abrupt. Offenbar wollte der Diktator mehr, als die USA zu geben bereit waren.

Der Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Hanoi ist ohne Einigung zu Ende gegangen. Trump sagte, das Spitzentreffen sei vor allem wegen eines Streits um Sanktionen vorzeitig abgebrochen worden. Die Nordkoreaner hätten verlangt, die wegen ihres Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen "in ihrer Gesamtheit" aufzuheben. "Und das konnten wir nicht machen", sagte Trump. Konkret hätten die USA auch verlangt, neben den bekannten Atomanlagen eine weitere zu schließen. "Ich denke, er war überrascht, dass wir darüber Bescheid wussten", so Trump über die Reaktion Kims. 

Kim aber habe Trump zugesagt, dass sein Land Atomwaffentests nicht wieder aufnehmen werde, erklärte der US-Präsident. Er habe ihm versichert, keine Raketen oder "irgendetwas, was mit Atom zu tun hat", zu testen.

Donald Trump über Kim: "Wir mögen uns einfach"

"Wir hatten eine wirklich produktive Zeit", sagte Trump nach dem Ende der zweitägigen Gespräche. Es habe "verschiedene Optionen" gegeben. Es hätten Abmachungen vorgelegen, doch man sich dazu entschieden, nichts zu unterzeichnen, so der US-Präsident. Zum Abbruch des Treffens sagte er weiter: "Manchmal muss man einfach gehen, und dies war einer jener Momente." Trump versicherte, dass sein persönliches Verhältnis zum nordkoreanischen Machthaber weiterhin gut sei. "Wir mögen uns einfach", sagte Trump. Es gebe eine "Wärme" in ihrer Beziehung, "und ich hoffe, dass das so bleibt".

Ein ursprünglich geplantes gemeinsames Mittagessen und die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung wurden von der Tagesordnung gestrichen. Kim und Trump verließen den Tagungsort getrennt in ihren jeweiligen Fahrzeugkonvois.

Trumps Sprecherin Sarah Sanders kündigte in einer schriftlichen Erklärung an, die Verhandlungsteams würden sich aber "in der Zukunft" wieder treffen. Ein neuer Gipfel zwischen Trump und Kim wurde nach den Worten des US-Präsidenten zunächst nicht vereinbart.

Nordkorea bestand in Hanoi auf Sanktionsende

Der Gipfel hatte mit einem kurzen Vieraugengespräch und einem gemeinsamen Abendessen begonnen. Die Gespräche der beiden Politiker hatten hinter verschlossenen Türen stattgefunden. Dabei sollte es insbesondere um konkrete Schritte für die von den USA geforderte "Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel" gehen.

Die USA hatten wiederholt gefordert, dass Nordkorea sein Atomwaffenarsenal vollständig, unumkehrbar und nachprüfbar aufgibt. Die Führung in Pjöngjang fordert eine Aufhebung der wegen des nordkoreanischen Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen und einen Abzug der US-Truppen aus Südkorea.

Donald Trump hat den Gipfel mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un in Hanoi trotz der ausgebliebenen Einigung als "produktiv" bezeichnet.

Beide Seiten konnten sich nicht auf eine gemeinsame Abschlusserklärung einigen. Trump habe aber die Zusage Kims, dass Nordkorea seine Atomtests nicht wieder aufnehmen werde.

nik / DPA / AFP