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Dreitägige Feuerpause im Gaza-Krieg vereinbart: Banges Warten auf die Waffenruhe

Ägyptens Bemühungen um eine Waffenruhe im Gaza-Krieg haben Früchte getragen. Ab sieben Uhr sollen die Waffen für 72 Stunden schweigen. Eine Verlängerung der Feuerpause ist möglich.

Nach vierwöchigen Kämpfen haben sich Israel und die radikalislamische Hamas im Gazastreifen erneut auf eine dreitägige Feuerpause geeinigt. Die unter ägyptischer Vermittlung getroffene Vereinbarung sieht vor, ab Dienstagmorgen (7 Uhr MESZ) die Waffen schweigen zu lassen. Außerdem wurden Vertreter Israels und der Palästinenser nach Kairo eingeladen, um über eine längerfristige Lösung zu sprechen.

Vertreter der Palästinenser, unter ihnen Unterhändler der Hamas, sind seit Sonntag in Kairo, um über einen Ausweg aus der Gewalt zu beraten. Israel hatte sich geweigert, eine Delegation zu entsenden, nachdem eine vorherige dreitägige Feuerpause am Freitag bereits nach kurzer Zeit gebrochen worden war. Nach Angaben eines israelischen Regierungsbeamten wird Israel nun ebenfalls Vertreter nach Kairo schicken.

Israel warnt die Hamas

Ein israelischer Regierungssprecher warnte die Hamas, sollte sie die Feuerpause brechen, sei man auf eine Antwort vorbereitet. Beide Seiten hatten schon mehrfach Waffenruhen vereinbart. Diese erwiesen sich aber als brüchig. Die Verhandlungen über eine längerfristige Lösung dürften schwierig werden: Die Hamas fordert etwa einen Rückzug der israelischen Truppen, ein Ende der Blockade des Gazastreifens sowie die Freilassung von Gefangenen.

Die israelische Armee verkündete am Abend, alle bekannten Tunnel der Hamas zerstört zu haben. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte jedoch, der Militäreinsatz werde "erst enden, wenn für einen dauerhaften Zeitraum Ruhe und Sicherheit für Israels Bürger hergestellt sind".

Mehr als 1800 Palästinenser lassen ihr Leben

Aus israelischen Regierungskreisen verlautete, wenn die Feuerpause eingehalten werde, gebe es für die Armee keinen Grund mehr, in dem Küstenstreifen zu sein. Israel fordert aber auch eine Entwaffnung der Hamas, die in den vergangenen Wochen mehr als 3300 Raketen und Granaten auf das Land abfeuerte.

In dem Konflikt sind nach Angaben der Behörden in Gaza 1834 Palästinenser ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Zivilisten. Mehr als ein Viertel der 1,8 Millionen Bewohner des Küstenstreifens sind auf der Flucht. Auf israelischer Seite sind 64 Soldaten und drei Zivilisten getötet worden. Die Streitkräfte des Landes greifen seit dem 8. Juli Ziele im Gazastreifen an.

Der Konflikt griff zuletzt auf Jerusalem über, wo ein Palästinenser in einem Viertel ultraorthodoxer Juden einen Israeli mit einer Baumaschine tötete. Wenige Stunden später wurde ein israelischer Soldat angeschossen und verletzt. Der Täter konnte flüchten.

kng/Reuters / Reuters