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Entführung in Mali: Al Kaida ermordet britische Geisel

Der nordafrikanische Arm des Terrornetzwerks al Kaida hat einen 22-jährigen Briten getötet, der mit einer inzwischen freigelassenen Deutschen nach Mali verschleppt worden war. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown verurteilte die Tat als "barbarisch".

Ein in Afrika entführter Brite ist offensichtlich von al Kaida-Terroristen in Mali ermordet worden. Der Mann war im Januar zusammen mit drei anderen Europäern nach dem Besuch eines Kulturfestivals in Niger entführt und ins benachbarte Mali verschleppt worden. Der nordafrikanische Arm der Terrororganisation hatte von der britischen Regierung gefordert, den islamistischen "Hassprediger" Abu Katada freizulassen.

Wie das auf die Beobachtung islamistischer Websites spezialisierte US-Unternehmen Site mitteilte, gab das Terrornetzwerk in einer Mitteilung auf einer einschlägigen Internetseite die Ermordung von Edwin D. bekannt. Der 22-Jährige sei am 31. Mai umgebracht worden, weil Großbritannien nicht wie gefordert einen terrorverdächtigen Islamisten freigelassen habe. Das Schicksal einer weiteren Geisel aus der Schweiz blieb unklar.

Laut Site konnte die Echtheit der Internet-Botschaft zunächst nicht eindeutig geklärt werden. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown erklärte jedoch, es gebe "gute Gründe", von der Ermordung der britischen Geisel auszugehen. Er verurteilte die Tat als einen "barbarischen terroristischen Akt". Diese Tat bekräftige den Willen Großbritanniens, noch stärker gegen den Terrorismus vorzugehen, teilte Brown mit.

Der Brite Edwin D. war am 22. Januar mit drei weiteren Europäern verschleppt worden, darunter auch die 77-jährige Deutsche Marianne P. Sie kam Ende April nach rund drei Monaten Geiselhaft frei.

DPA/AFP / DPA
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