Nach heftiger Kritik am Umgang des US-Justizministeriums mit den Epstein-Akten schaltet sich das Aufsichtsgremium des Ressorts ein. Das interne Kontrollorgan kündigte eine Prüfung dazu an, inwiefern das Gesetz zur Veröffentlichung der Epstein-Akten eingehalten worden sei, wie es in einer Mitteilung hieß.
Ziel sei eine Bewertung, ob das Ministerium bei der Identifizierung und Schwärzung der Dokumente sowie der Behandlung von Bedenken hinsichtlich der Veröffentlichung dem Gesetz entsprochen habe. Das Aufsichtsgremium kündigte nach Abschluss der Prüfung einen Bericht an – wann dieser vorliegen soll, wurde nicht gesagt.
Millionen Epstein-Akten veröffentlicht – größtenteils geschwärzt
Das Justizministerium, das seit Kurzem vom früheren Vize-Justizminister Todd Blanche geführt wird, hatte auf Beschluss des Kongresses Ende Januar etwa drei Millionen Aktenseiten zum Epstein-Skandal veröffentlicht. Seitdem steht es in der Kritik: Abgeordnete der oppositionellen Demokraten und der regierenden Republikaner kritisieren vor allem, dass zu viele Stellen in den Akten geschwärzt wurden, besonders delikate Akten zurückgehalten und bestimmte prominente Persönlichkeiten geschützt wurden.
Kritik gab es zudem daran, dass Namen und Kontaktdaten von Opfern bei der schrittweisen Veröffentlichung einiger Akten nicht ausreichend unkenntlich gemacht wurden. Laut dem im November gegen den Willen der Regierung von US-Präsident Donald Trump beschlossenen Epstein-Akten-Transparenzgesetz müssen die Namen der Opfer Epsteins in den Dokumenten geschwärzt werden. Die Namen von mit Epstein befreundeten „Regierungsbeamten, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens oder ausländischen Würdenträgern“ dürfen dagegen nicht mit Verweis auf „Peinlichkeit, Rufschädigung oder politische Sensibilität“ zurückgehalten werden.
Der US-Finanzberater und Multimillionär Epstein verkehrte jahrzehntelang international in höchsten Kreisen. Er wurde 2008 wegen Missbrauchs einer Minderjährigen als Sexualstraftäter verurteilt, soll laut FBI an der Spitze eines Missbrauchsrings zur sexuellen Ausbeutung von mehr als tausend Mädchen und jungen Frauen gestanden haben. Die Opfer kritisieren, dass der Justizskandal um Epstein, der 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden wurde, bis heute nicht aufgeklärt ist.