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Exorzismus im Kongress: Brasilianische Politikerin will "Teufel von Lula" aus ihrem Büro vertreiben

Seit der Amtsübernahme von Jair Bolsonaro als Präsident geht es in Brasilien immer kurioser zu, sogar der säkulare Staat ist in Gefahr. Nun hat eine Politikerin versucht, durch Exorzismus den "Teufel von Lula" aus ihrem neuen Büro zu verbannen - denn dort saß der brasilianische Ex-Präsident.

Brasilien: Exorzismus im Kongress

Die neue rechte Abgeordnete Joice Hasselmann (r.) lud unter anderem einen Pastor einer Baptistenkirche und einen Rabbiner in den Kongress in Brasilien ein, um den bösen Geist von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva auszutreiben. 

In Brasilien ist der Teufel los. Der Teufel von Luiz Inácio Lula da Silva, um genau zu sein. Der böse Geist des linken brasilianischen Ex-Präsidenten (2003-2011) soll sich nämlich noch in seinem ehemaligen Büro im brasilianischen Kongress herumtreiben. Zumindest, wenn man die rechte Politikerin Joice Hasselmann fragt. Um ihn loszuwerden, griff sie an ihrem ersten Tag als Parlamentsabgeordnete kurzerhand zum Exorzismus. Das berichtet unter anderem das brasilianische Online-Portal "Istoé". 

Die 41-jährige Hasselmann war vor ihrer politischen Laufbahn Journalistin bei CBN, wo sie als Moderatorin arbeitete. Anfang 2018 trat sie auf Einladung des neuen brasilianischen Staatspräsidenten Jair Bolsonaro der Partei "Partido Social Liberal" bei. Nun zieht sie ins ehemalig Büro des von den Rechten verhassten Lula ein - und muss erstmal dessen verhassten Spirit aus den Räumlichkeiten verbannen. Lula hätte ihr Büro besetzt, schrieb sie in den sozialen Medien. Luiz Inácio Lula da Silva, der sich momentan wegen Korruption hinter Gittern sitzt, benutzte das Büro von 1987 bis 1991 - das ist immerhin fast dreißig Jahre her.

Exorzismus in Brasilien: Abgeordnete lässt Gottesdienst filmen

Die Aktion ist unter anderem auf YouTube zu sehen. Ganz medienwirksam steht sie da in ihrem neuen (und Lulas ehemaligen) Büro im brasilianischen Kongress mit einer Gruppe von Leuten. Es handelt sich dabei nach nach Informationen von "Istoé" unter anderem um einen Pastor der Baptistenkirche und einen Rabbiner. Eine ältere Dame beginnt nach zwanzig Minuten mit einem inbrünstigen Gottesdienst. Die rechte Neu-Politikerin Joice Hasselmann und zwei weitere Personen sind sichtlich bei der Sache. Am Ende gibt es Applaus. 

Die Brasilianer und ihr Aberglaube: Der säkulare Staat ist in Gefahr

Sicher, das ganze soll natürlich nach außen getragen werden, die Brasilianer sollen das sehen. Denn: Abergläubisch waren sie schon immer, auch auf höchster Ebene. Letztes Jahr glaubte der vorige brasilianische Präsident Michel Temer, in seiner Präsidentenresidenz in Palácio da Alvorada würde es spuken. Kurzerhand rief er einen Priester, um den bösen Geist zu vertreiben. Der aber scheiterte - und Temer zog daraufhin aus Angst einfach aus.

Derartige Nachrichten aus Brasilien aber reißen auch nach der Amtsübernahme vom neuen Präsidenten Jair Bolsonaro nicht ab. Seitdem der ultrarechte Politiker im Land das Sagen hat, geht es dort eher noch verrückter zu als ohnehin schon. Sogar der säkulare Staat ist in Gefahr: Kürzlich hielten evangelische Abgeordnete nach ihrer Vereidigung einen Gottesdienst ab - mitten im Landtag in Ceará. 

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Quellen: "Istoé", "Twitter""YouTube"