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Foltervorwürfe: England-Anhörung vertagt

Das Foto der Soldatin Lynndie England steht mittlerweile symbolhaft für die Folterungen irakischer Gefangener durch US-Soldaten. Ob die 21-Jährige vor ein Militärgericht kommt, entscheidet sich am 3. August.

Lynndie England, die 21 Jahre alte US-Soldatin, deren Posieren auf Fotos mit gedemütigten irakischen Gefangenen weltweit Entsetzen ausgelöst hat, muss am 3. August vor einer Militärkommission erscheinen. Das beschloss das Militär bei einer Anhörung Englands am Montag auf dem Stützpunkt Fort Bragg in North Carolina.

Bei der mehrtägigen Anhörung wird entschieden, ob England vor ein Militärgericht gestellt wird. Die Soldatin wird im Zusammenhang mit dem Folterskandal im Gefängnis Abu Ghreib Misshandlungen und Demütigungen irakischer Gefangener sowie "unsittliches Benehmen" vorgeworfen. Sie soll sich mit dem ebenfalls angeklagten Unteroffizier Charles Graner verschworen und Gefangene zur Masturbation gezwungen haben. Als Höchststrafe drohen ihre 38 Jahre Gefängnis.

England, die schwanger ist, erschien am Montag persönlich zu dem Termin. Ihre Anwälte baten um die Verschiebung der ursprünglich für diese Woche anberaumten Anhörung, weil sie einen neuen Verteidiger einarbeiten wollten. Das Militär gab dem Antrag statt. England äußerte sich nach dem Termin nicht öffentlich. Sie hatte in einem Fernsehinterview nach ihrer Rückkehr aus dem Irak gesagt, sie habe auf Anweisung von Vorgesetzten gehandelt.

DPA