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Frankreich debattiert die Homo-Ehe Hollande will Gleichstellung trotz Protesten durchsetzen


Trotz massiver Proteste will Frankreichs Präsident Francois Hollande seinem Verpsrechen treu bleiben. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften sollen vor dem Gesetz gleichstellt werden.

Trotz der Massenproteste gegen die rechtliche Gleichstellung Homosexueller Partnerschaften mit der Ehe in Paris hält die sozialistische französische Regierung an ihren Plänen fest. Die Regierung sei "vollkommen entschlossen", die sogenannte Homo-Ehe einzuführen, sagte Regierungssprecherin Najat Vallaud-Belkacem. Die Reform sei ein "historischer Fortschritt". Hunderttausende Menschen hatten am Sonntag vor dem Eiffelturm gegen die geplante Einführung der Homo-Ehe und ein Adoptionsrecht für Homosexuelle demonstriert.

Unterstützt von der katholischen Kirche sowie der konservativen Opposition hatten sich mehrere Protestzüge in der französischen Hauptstadt formiert. Die Polizei gab die Zahl der Teilnehmer am Sonntagabend mit 340.000 an, die Organisatoren sprachen hingegen von 800.000 Demonstranten. Bereits Mitte November hatten landesweit mehr als 100.000 Menschen gegen die Gleichstellung Homosexueller protestiert.

Der Protest am Sonntag stand unter dem Motto "Wir stammen alle von einer Frau und einem Mann ab". Viele Teilnehmer brachten ihre Kinder mit zu der Kundgebung. "Die Papas und die Mamas gehen auf die Straße und verteidigen die Ehe", lautete der Schlachtruf der Demonstranten. Auch der Chef der konservativen Oppositionspartei UMP, Jean-François Copé, marschierte mit.

Laut Umfragen sind die Franzosen mehrheitlich für die Einführung der Homo-Ehe. Das Adoptionsrecht lehnt allerdings eine knappe Mehrheit ab. Befürworter der Homo-Ehe, die zu Zehntausenden im Dezember für die Reform demonstriert hatten, wollen am 27. Januar erneut auf die Straße gehen. Die Nationalversammlung soll sich ab Ende des Monats mit der Gesetzesvorlage der Sozialisten befassen. Die Gesetzesänderung war eines der zentralen Wahlversprechen von Staatspräsident Francois Hollande.

ono/AFP AFP

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